Wirtschaft
An der Spitze ist es oft einsam: Gerade einmal bei 13 Prozent der Mittelständler ist die Geschäftsführung zu mehr als 40 Prozent von Frauen besetzt.
An der Spitze ist es oft einsam: Gerade einmal bei 13 Prozent der Mittelständler ist die Geschäftsführung zu mehr als 40 Prozent von Frauen besetzt.(Foto: picture alliance / dpa)
Mittwoch, 07. März 2018

Mühsamer Weg an die Spitze: Mittelstand setzt vermehrt auf Chefinnen

Frauen als Führungskräfte werden langsam zur Selbstverständlichkeit - zumindest im Mittelstand. Hier ist laut einer Studie der Anteil der Chefinnen mehr als doppelt so hoch wie in Dax-Unternehmen. Die Entwicklung schreitet dennoch nur langsam voran.

Im deutschen Mittelstand steigt die Zahl der Chefinnen nur langsam. Der Frauenanteil in den Geschäftsführungen kletterte im vergangenen Jahr von 15 auf 16,3 Prozent, wie die Unternehmensberatung EY mitteilte. Dieser Anteil ist demnach aber deutlich höher als in den börsennotierten Unternehmen: In diesen 160 Firmen betrug der Anteil der weiblichen Vorstandsmitglieder 2017 gerade einmal 7,3 Prozent. Die 30 größten börsennotierten Unternehmen, die im Deutschen Aktienindex (Dax) vertreten sind, wiesen laut EY immerhin einen Frauenanteil von 13 Prozent in ihren Vorständen auf.

Im Mittelstand hätten "nach wie vor mehrheitlich Männer das Sagen", erklärte EY-Partnerin Elfriede Eckl. Frauen schafften es nur mühsam in die Entscheidungsgremien. So besteht die Geschäftsführungsebene bei mehr als jedem dritten Mittelständler (36 Prozent) nur aus Männern. Hat es eine Frau in die Führungsetage geschafft, ist sie oft allein. Gerade einmal bei 13 Prozent der Mittelständler ist die Geschäftsführung zu mehr als 40 Prozent von Frauen besetzt.

EY wertete die Ergebnisse seines Mittelstandsbarometers aus. Dafür wurden deutschlandweit 2000 mittelständische Unternehmen mit mindestens 20 Millionen Euro und höchstens einer Milliarde Euro Umsatz befragt. Demnach sagten 35 Prozent der Mittelständler, es falle ihnen schwer, geeignete Frauen für ihr Unternehmen zu gewinnen. Vor einem Jahr waren es 28 Prozent gewesen. EY-Partnerin Eckl schätzt daher, dass der Anteil weiblicher Führungskräfte nur langsam steigen dürfte.

Quelle: n-tv.de