Wirtschaft

Schwächen verdeckt Monsanto poliert Bayers Quartalsbilanz auf

Ein durchwachsenes zweites Geschäftsquartal verzeichnet Bayer. Der Kauf des US-Saatgutriesen Monsanto lässt das Ergebnis gut aussehen. Ansonsten haben die Leverkusener einige Baustellen. Die Aktionäre sind nicht zufrieden.

Der US-Saatgutriese Monsanto hat Bayer über Schwächen im zweiten Quartal hinweggeholfen. Von April bis Juni legte das bereinigte Betriebsergebnis (Ebitda) um 3,9 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro zu, wie die Leverkusener mitteilten. Das hat Bayer auch der neuen Tochter Monsanto zu verdanken, die der Konzern Anfang Juni für knapp 63 Milliarden Dollar übernommen hatte und deren Geschäft in den letzten drei Wochen des Quartals voll enthalten ist.

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Von allen größeren Geschäftsfeldern konnte der Aspirin-Hersteller nur in der Agrarsparte Crop Science das Ergebnis ausbauen, dort verdoppelte es sich nahezu. Im Vorjahresquartal hatten zudem Probleme im wichtigen Markt Brasilien das Geschäft in dem Bereich belastet.

In der Pharmasparte sank das Ergebnis dagegen wegen höherer Forschungsausgaben, die stärksten Einbußen musste Bayer aber im Geschäft mit rezeptfreien Gesundheitsprodukten (Consumer Health) verdauen, das weiterhin schwach läuft und dem der Vorstand nun auch im Gesamtjahr währungsbedingt weniger zutraut. Der Umsatz stieg im zweiten Quartal um 8,8 Prozent auf 9,48 Milliarden Euro.

Einziger Lichtblick neben der Agrarsparte war das Geschäft mit Tierarzneien, der einzige Bereich neben Crop Science, der Umsatz und Ergebnis im vergangenen Jahresviertel ausbauen konnte. Die Sparte ist allerdings auch mit Abstand die kleinste von Bayer. An der Börse kamen die Zahlen nicht gut an: Im Frankfurter Frühhandel gab der Kurs um zwei Prozent nach.

Rund 8000 Klagen in den USA wegen Monsantos Glyphosat

Für 2018 rechnen die Rheinländer nun inklusive Monsanto mit einem Umsatz von mehr als 39 Milliarden Euro statt wie bislang von unter 35 Milliarden. Das bereinigte Ergebnis soll im unteren bis mittleren einstelligen Prozentbereich zulegen. Zuvor hatte Bayer mit einem Rückgang im unteren einstelligen Prozentbereich gerechnet. Die Aktionäre sollen für 2018 eine mindestens stabile Dividende erhalten. Im Vorjahr waren es 2,80 Euro je Aktie.

Zuletzt hatte Monsanto - die größte Übernahme in der Geschichte von Bayer - eher für negative Schlagzeilen gesorgt: In den USA sieht sich das Unternehmen mit rund 8000 Klagen wegen des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat konfrontiert, der von Monsanto entwickelt wurde. Der Dax-Konzern hat mehr als zehn Milliarden Euro an Börsenwert verloren, nachdem ein kalifornisches Gericht Monsanto Mitte August zu einer Schadensersatzzahlung von 289 Millionen Dollar an einen an Krebs erkrankten Mann verurteilt hatte, der seine Erkrankung auf Glyphosat zurückführte.

Quelle: n-tv.de, wne/rts

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