Wirtschaft

"Verkauf hat erst begonnen" Morgan Stanley warnt vor Börsencrash

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Wie geht es weiter an den Börsen?

(Foto: REUTERS)

Geht den Börsen die Puste aus? Ja, warnt Morgan Stanley. Die Investmentbanker bereiten ihre Kunden auf den stärksten Rückschlag seit den Februar-Turbulenzen vor.

Morgan Stanley rechnet mit einer stärkeren Korrektur an den Märkten. In den USA sind Rekordstände trotz jüngster Kursrutscher zwar in Sichtweite, doch die Banker erkennen an der Wall Street-Rallye Anzeichen von "Erschöpfung". Sie sehen erst einmal keine großen positiven Impulse, die die Aktien weiter nach oben treiben könnten.

Das liegt vor allem daran, dass die meisten US-Unternehmen gute Zahlen für das vergangene Quartal bereits vorgelegt haben und die US-Wirtschaft kräftig wächst. Oder wie es Morgan Stanley ausdrückt: "Mit Amazons starkem Quartal und einer sehr starken BIP-Zahl im zweiten Quartal mussten die Anleger sich fragen: Worauf kann ich mich nun noch freuen?"

Das haben sie augenscheinlich nicht ausreichend getan. "Wir denken, dass der Ausverkauf erst begonnen hat und dass diese Korrektur die größte seit Februar sein wird", heißt es im jüngsten Newsletter an die Kunden. Vor allem die Bereiche Technologie und Konsum dürften von einem möglichen Kursrutsch betroffen sein. Zur Einordnung: Anfang Februar war der Nasdaq-Composite-Index knapp zehn Prozent unter den Januar-Höchststand abgerutscht.

"Eine Korrektur ist ein Rückgang von mindestens zehn Prozent gegenüber einem aktuellen Höchststand", so Jochen Stanzl, Chefstratege bei CMC Markets. Während der Dow seit dem Einbruch im Februar im Korrekturbereich bleibt - was bedeutet, dass er von seinem Tiefpunkt des Kursrückgangs noch nicht wieder um zehn Prozent gestiegen ist -, beendete der S&P 500 erst letzte Woche seine längste Korrekturphase seit 1984. Der Nasdaq hat nach dieser Rechnung noch gar nicht korrigiert. "Ein Großteil der Rally ist auf die Gewinnsaison im zweiten Quartal zurückzuführen, die geprägt war durch ein starkes Wachstum und eine hohe Anzahl von Unternehmen, die die Erwartungen der Analysten übertrafen", sagt Stanzl. Doch es gab hochkarätige Enttäuschungen wie etwa Netflix oder Facebook.

Daher steigt laut Morgan Stanley das Risiko einer Korrektur. "Der Markt hat in den letzten Wochen irreführende Signale gesendet, wodurch der Schaden für die breiten Indizes begrenzt wurde, als Netflix und Facebook patzten. Dies hat zu einem noch größeren falschen Sicherheitsgefühl auf dem Markt geführt", so die Analysten.

Quelle: n-tv.de

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