Wirtschaft

Trump spuckt große Wachstumstöne US-Wirtschaft boomt "unglaublich"

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Donald Trump ist überzeugt: Seine Politik wird den USA nachhaltiges Wachstum garantieren.

(Foto: imago/UPI Photo)

Im zweiten Quartal wächst die US-Wirtschaft so stark wie seit vier Jahren nicht mehr. Präsident Trump führt das auf seine Politik zurück und verspricht noch "viel höhere" Zahlen. Der von ihm angezettelte Handelskrieg spiegelt sich in der Bilanz aber nur begrenzt wider.

Die US-Wirtschaft hat im zweiten Quartal kräftig zugelegt und erstmals seit vier Jahren die Marke von vier Prozent überschritten. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs zwischen April und Juni im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,1 Prozent, wie eine Schätzung des US-Handelsministeriums ergab. US-Präsident Donald Trump nannte die Zahlen "unglaublich" und sagte noch höhere voraus.

Getrieben wurde der Aufschwung nach Einschätzung der Regierung vor allem von einer starken Ausgabenfreude der US-Verbraucher und von einem deutlichen Zuwachs bei den Exporten. Die Verbraucher gaben dem Ministerium zufolge im zweiten Quartal 5,9 Prozent mehr für Waren und 3,1 Prozent mehr für Dienstleistungen aus als ein Jahr zuvor. Besonders viel Geld floss für Autos, Restaurant- und Hotelbesuche, die Gesundheitsversorgung sowie Wohnungen oder Häuser.

Die Binnennachfrage wuchs damit so stark wie seit Ende 2014 nicht mehr. Zugleich legten die Warenausfuhren um 13,3 Prozent zu, das war der stärkste Anstieg seit Ende 2013. Trump sagte bei einem kurzfristig anberaumten Statement, es werde noch "viel höhere" Zahlen geben, da nach und nach die ausgehandelten Handelsdeals einträfen und wirkten. Die USA würden um ihre Wirtschaftskraft beneidet, "Amerika wird respektiert", sagte er.

Die bereits erreichten Wachstumszahlen bezeichnete Trump als "nachhaltig", langfristig werde es jährliche Wachstumsraten von über drei Prozent geben, sagte er voraus. Die US-Notenbank Fed geht bislang von einem Wachstum von 2,8 Prozent in diesem Jahr aus.

Bilanz ohne Handelskrieg

Die US-Konjunktur wird zum Teil durch die massiven Steuersenkungen vom Dezember beflügelt. Die Effekte der von Trump geführten Handelskonflikte schlugen sich in den Zahlen für das zweite Quartal hingegen nur begrenzt nieder, im dritten Quartal könnten diese deutlicher werden.

Beim Export führte die Konfrontation mit China sogar zu einer kurzzeitigen positiven Wirkung für die US-Wirtschaft. Der starke Zuwachs beim Export resultierte vor allem aus deutlich zugenommenen Lieferungen von Öl und Soja nach China. Die chinesischen Importeure hatten Vorräte angelegt, bevor von Peking verhängte Vergeltungszölle gegen die USA im Juli in Kraft traten.

Das US-Handelsministerium korrigierte zugleich die Wachstumsrate für das erste Quartal leicht um 0,2 Punkte auf 2,2 Prozent nach oben. Trump hatte zu seinem Amtsantritt ein Wachstum von drei Prozent über das Jahr hinweg als Zielmarke ausgegeben.

Quelle: ntv.de, chr/AFP

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