Wirtschaft
Ausbau für eine halbe Milliarde Euro: Der Münchner Flughafen soll weiter wachsen.
Ausbau für eine halbe Milliarde Euro: Der Münchner Flughafen soll weiter wachsen.(Foto: picture alliance/dpa)
Donnerstag, 28. Juni 2018

Konkurrenz für Frankfurt und BER: München baut seinen Flughafen aus

Im Konkurrenzkampf der deutschen Verkehrsflughäfen schlagen die Bayern ein neues Tempo an: Am Großflughafen im Norden der Landeshauptstadt soll ein neuer Flugsteig entstehen. Der Betreiber nimmt für den Ausbau eine halbe Milliarde Euro in die Hand.

Der Münchner Flughafen "Franz-Josef Strauß" (IATA-Code MUC) wird für eine knappe halbe Milliarde Euro modernisiert und vergrößert. Noch vor der seit Langem geplanten dritten Startbahn soll ein neuer Flugsteig für bis zu zwölf Flugzeuge gebaut werden, wie Bayerns Finanzminister Albert Füracker mitteilte.

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Zusätzlich zum neuen Flugsteig werden Fluggastkontrollen, Gastronomie und Aufenthaltsbereiche im 1992 eröffneten Terminal 1 umgebaut. Die Gesamtkosten der Baumaßnahmen werden derzeit mit 455 Millionen Euro veranschlagt. Die Flughafengesellschaft werde die Summe aus eigener Tasche finanzieren, erklärte Füracker. Größter Gesellschafter des Airport-Betreibers ist der Freistaat Bayern. Füracker ist auch Aufsichtsratschef des Flughafens.

Die ersten vorbereitenden Bauarbeiten sollen noch in diesem Jahr beginnen, kündigte der CSU-Politiker an. In Betrieb gehen wird der neue Flugsteig laut Plan frühestens 2023. Mit dem Ausbau reagiert der Airport-Betreiber auf das starke Wachstum bei den Passagierzahlen.

Aufholjagd der Großflughäfen

Schon jetzt ist der Münchner Flughafen mit rund 44,6 Millionen Fluggästen pro Jahr das zweitgrößte Drehkreuz nach Frankfurt am Main. Der Betreiber dort, das im MDax notierte Unternehmen Fraport, kam zuletzt auf rund 65 Millionen Reisende. Für den Freistaat geht es beim Flughafenausbau nicht nur um Prestigefragen: Im Münchner Großraum gilt der Flughafen mit allen dazu gehörigen Dienstleistern als wichtiger Wirtschaftsmotor und Arbeitsplatzgarant.

Mit der Eröffnung der Großbaustelle setzt die Münchner Flughafengesellschaft mit neuem Tempo zur Aufholjagd zum wichtigsten Konkurrenten Fraport an: Die Ausbaupläne richten sich in erster Linie auf den erwarteten Zuwachs bei internationalen Flugverbindungen außerhalb des EU-Schengenraums, heißt es. München versucht sich Jahren auch im europäischen Wettbewerb als Drehkreuz für Interkontinental-Verbindungen zu etablieren.

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Quelle: n-tv.de