Wirtschaft

Fahrplanwechsel gestartet Münchner ICE verspätet sich wieder stark

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So ganz rund läuft es auf der neuen Strecke zwischen München und Berlin noch nicht.

(Foto: dpa)

Nach dem verspäteten Sonderzug auf der neuen ICE-Strecke zwischen Berlin und München gibt es auch zum Start des regulären Betriebs stundenlange Verzögerungen - und eine Preiserhöhung.

Premiere mit Pannen: Mit dem regulären Start der Schnellfahrstrecke zwischen Berlin und München hat die Deutsche Bahn die größte Fahrplanumstellung der vergangenen Jahrzehnte verwirklicht. Jeder dritte Fernzug bundesweit musste angepasst werden. "Der erste reguläre ICE von Berlin über die neue Strecke ist eine Minute zu früh in München angekommen. Geplante Ankunft war 11.02 Uhr", sagte ein Bahnsprecher.

Begleitet wurde die Eröffnung der neuen Strecke allerdings von zwei Zugdefekten, sodass sich die Fahrt hunderter Fahrgäste um mehrere Stunden verzögerte. Im Zugverkehr habe der Fahrplanwechsel ansonsten aber gut geklappt. "Dieses Wochenende sind zudem mehr Passagiere unterwegs als sonst. In einigen Fernzügen kann es eng werden. Wahrscheinlich wollen sich viele auch die neue ICE-Verbindung anschauen", sagte der Bahnsprecher.

Für die 623 Kilometer lange Strecke zwischen Berlin und München über Erfurt wurde zuletzt der 107 Kilometer lange Abschnitt von Erfurt nach Ebensfeld in Oberfranken gebaut. Der Neu- und Ausbau der Gesamtstrecke kostete rund zehn Milliarden Euro. Bei der Eröffnungsgala lief es in der Nacht zum Samstag noch nicht so rund. Ein ICE mit rund 200 Ehrengästen und Journalisten erreichte München wegen diverser Pannen auf der Strecke mehr als zwei Stunden zu spät. Am Freitagnachmittag waren zwei ICE-Sonderzüge ohne Verzögerungen im Berliner Hauptbahnhof eingefahren - auch Bundeskanzlerin Angela Merkel stieg kurz zu.

Zug muss auf alte Strecke ausweichen

Von Berlin, aber auch von Potsdam und Cottbus beträgt die Zeitersparnis nach München - ohne Pannen - rund 90 Minuten. Der ICE fährt mit bis zu 300 Stundenkilometern durch den Thüringer Wald. Das hat allerdings seinen Preis: Ferntickets kosten allgemein mit dem Fahrplanwechsel im Durchschnitt in der zweiten Klasse 1,9 Prozent und in der ersten Klasse 2,9 Prozent mehr. Keine Preisänderung gibt es dagegen bei den Bahncards 25 und 50 und den "Sparpreis"-Sonderangeboten. Im Regionalverkehr erhöht sich das Preisniveau um 2,3 Prozent. Einzeltickets für Regionalbahnen werden im Durchschnitt 2,4 Prozent teurer.

Bereits am ersten regulären Betriebstag der neuen Schnellfahrstrecke verspätete sich ein ICE wegen eines technischen Problems erneut stark. Der Zug musste deswegen in Nürnberg etwa 20 Minuten lang halten, bevor er weiterfahren durfte - aber nicht auf der neuen Strecke, wie ein Sprecher der Deutschen Bahn erklärte. Man habe sich dafür entschieden, den verspäteten ICE auf der alten Strecke weiterfahren zu lassen, um die Hochgeschwindigkeits-Route für nachfolgende Züge freizuhalten, sagte der Sprecher. Er rechnete damit, dass die Fahrgäste dadurch gut zwei Stunden später als geplant in der Hauptstadt ankommen sollten. Eigentlich hätte der Zug in viereinhalb statt wie bisher in sechs Stunden nach Berlin sprinten sollen.

Quelle: ntv.de, ftü/dpa