Wirtschaft

Knapp 150.000 Reservierungen Musk feiert Cybertruck-Crash als PR-Coup

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Elon Musk bei der Enthüllung seines elektrischen Pickup, den Cybertruck, in Los Angeles.

(Foto: picture alliance/dpa)

Zertrümmertes Panzerglas, wildes Design, Kursrutsch der Tesla-Aktie: Nach dem misslungenen Cybertruck-Stunt muss Konzernchef Musk Spott und Häme einstecken. Dem Interesse an dem elektrischen Pickup tut das ramponierte Image keinen Abbruch. Was Musk als Triumph feiert, hat jedoch einen Haken.

Telsa-Chef Elon Musk feiert auf Twitter knapp 150.000 Interessenten für seinen neuen Elektro-Pick-Up-Truck. Die Pannen-Präsentation des Cybertrucks vom Donnerstag hat die Kunden nicht vergrault, will er damit kundtun.

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Für den blamierten Elektroauto-Pionier sind die Reservierungszahlen eine Genugtuung. Der Stunt, der eigentlich die bruchsicheren Scheiben des Wagens demonstrieren sollte, endete in einem Desaster. Als das Panzerglas unter den Hieben einer Eisenkugel zerbarst, sah der Ausnahme-Unternehmer zunächst ziemlich ratlos aus.

Spott und Häme waren Musk danach sicher. Mit einem Startpreis von knapp 40.000 Dollar vor Steuern und dem futuristischen Design, das eher einem Radpanzer ähnelt, traf der Cybertruck sowieso nicht jedermanns Geschmack. Es folgte ein Kursrutsch der Tesla-Aktie, der Musks Depot um 770 Millionen US-Dollar schröpfte.

Musk wäre jedoch nicht Musk, wenn er nach Niederlagen nicht versuchen würde, schnell wieder aufzustehen. In seinem Tweet freut er sich deshalb ganz besonders darüber, dass er für die Tausenden Interessensbekundungen keinen einzigen Dollar für Werbung zahlen musste.

Was aus seinem prahlerischen Tweet nicht hervorgeht ist, dass er sie eher als Kaufverpflichtungen anpreist. Aber die Rechnung ist eine Milchmädchen-Rechnung. Denn nicht aus jeder sogenannten Vorbestellung wird am Ende auch ein Kauf. Bei der Reservierung eines Cybertrucks, wird eine Gebühr von 100 Dollar fällig. Entscheidet sich der potenzielle Käufer anders, wird sie zurückerstattet.

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Mit 100 Dollar hat Tesla die Latte für Interessenten sogar besonders niedrig gehängt. Laut dem US-Sender CNBC müssen Kunden, die beispielsweise einen Crossover-SUVs von Tesla, das sogenannte Modell Y, reservieren, eine Anzahlung von 2500 Dollar leisten. Für das Model 3 verlangte Tesla 2016 noch 1000 Dollar.

Wie viele Anwärter es für das Model Y gibt, hat Musk bislang nicht veröffentlicht. Auch beim Tesla 3 gab es laut CNBC nur vage Zahlen. Im zweiten Quartal 2018 hieß es demnach, die Reservierungen hätten die 450.000 überschritten. Wie viel Prozent davon in Käufen mündeten, legte Tesla danach nicht offen.

Quelle: n-tv.de, ddi