Wirtschaft

Pakt von USA, Mexiko und Kanada Nachfolgeabkommen für Nafta unterzeichnet

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Donald Trump (m.) pochte lange auf eine Neuverhandlung des alten Nafta-Abkommens.

(Foto: REUTERS)

Der G20-Gipfel in Buenos Aires beginnt mit einem Erfolgserlebnis für Donald Trump. Nach monatelangen Streitigkeiten zwischen den USA, Mexiko und Kanada können die drei Staaten nun ein neues Freihandelsabkommen präsentieren.

US-Präsident Donald Trump, sein scheidender mexikanischer Amtskollege Enrique Peña Nieto und Kanadas Premierminister Justin Trudeau haben gemeinsam das Nachfolgeabkommen für den nordamerikanischen Freihandelspakt Nafta unterzeichnet. Die drei Staatsmänner kamen am Rande des G20-Gipfels in Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires zusammen. Die Parlamente aller drei Länder müssen das Abkommen noch ratifizieren.

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Trump erklärte, das Nachfolgeabkommen für Nafta sei "eine Modellvereinbarung, das die Handelslandschaft für immer verändern wird." Das Freihandelsabkommen ist - wie Nafta - eine der größten Vereinbarungen dieser Art der Welt. Es betrifft fast 500 Millionen Menschen und deckt ein Gebiet mit einer Gesamtwirtschaftsleistung von knapp 23 Billionen Dollar (19,79 Billionen Euro) ab.

Die Unterzeichnung des neuen Nafta-Vertrags - umbenannt in U.S. Mexiko Canada Agreement oder USMCA - schließt eine anderthalbjährige Handelsdiplomatie ab, ausgelöst im April 2017, als Trump kurz davor stand, die USA aus der Nafta herauszuziehen. Dies veranlasste Mexiko und Kanada, sich auf eine Neuverhandlung zu einigen. Besonders Trump hatte den fast 25 Jahre alten Nafta-Pakt mehrfach als nachteilig für die USA bezeichnet. Er favorisierte bilaterale Abkommen mit den beiden US-Nachbarn.

Trudeau wies darauf hin, dass damit 70 Prozent der Exporte seines Landes zollfrei seien. Dies bezeichnete er als wesentlichen Erfolg. Trudeau, der sich in Handelsfragen zuletzt besonders hart mit Trump auseinandergesetzt und bis zuletzt um einen besseren Deal für sein Land gefochten hatte, bemängelte, dass US-Sonderzölle auf Stahl und Aluminium noch immer gelten. Er werde weiter daran arbeiten, dies zu ändern.

Kritiker beklagten sich insbesondere über das US-Handelsdefizit mit Mexiko, das 2017 bei 71 Milliarden Dollar lag, verglichen mit einem kleinen Überschuss, als das Abkommen zum ersten Mal in Kraft trat. Nafta-Verteidiger sagen hingegen, dass es die Wettbewerbsfähigkeit aller drei Länder durch die Schaffung effizienterer, kontinentweiter Lieferketten gestärkt habe.

Der Prozess lief für Handelsgespräche ungewöhnlich schnell ab, da sich die Verhandlungen normalerweise über Jahre hinziehen. Grund zur Eile hatten die Beteiligten, weil der mexikanische Präsident Enrique Peña Nieto unterschreiben musste, bevor er am Samstag die Zügel an seinen nationalistischen Nachfolger Andres Manuel Lopez Obrador übergibt.

Quelle: n-tv.de, mba/dpa/DJ

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