Wirtschaft

Maue Bilanz im ersten QuartalNachfrage nach Solar-Dachanlagen bricht ein

02.05.2026, 20:14 Uhr
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Wohnhaus-mit-Photovoltaikanlage-Photovoltaik-Solarzellen-Solarmodule-auf-dem-Dach-eines-Wohnhauses
Auf Wohngebäuden ging die Zahl neuer Anlagen im ersten Quartal um 21 Prozent zurück. (Foto: picture alliance / SvenSimon)

Die Energiewende soll in den vergangenen Jahren vor allem dank dem Ausbau erneuerbarer Energien gelingen. Das sieht die neue Bundesregierung anders und steuert um. Im ersten Quartal des Jahres könnte dies bereits zu spüren sein - die Nachfrage geht deutlich zurück.

Der Ausbau der Solarenergie in Deutschland hat sich in den ersten drei Monaten dieses Jahres deutlich verlangsamt. Wie der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) in Berlin mitteilte, wurden im ersten Quartal 2026 neue Anlagen mit einer Leistung von 3,5 Gigawatt-Peak in Betrieb genommen - etwa sechs Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der Verband warnte angesichts dieser Entwicklung eindringlich vor Kürzungen der Solarförderung.

"Wer bei der Solarenergie jetzt auf die Bremse tritt, schadet dem Wirtschaftsstandort und drosselt den in der Bevölkerung beliebtesten Energiepreisdämpfer", erklärte Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig. Er wandte sich damit insbesondere gegen Gesetzespläne von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche, die für neu installierte kleine Solaranlagen ab 2027 die sogenannte Einspeisevergütung komplett streichen möchte.

Einen Rückgang um 21 Prozent gab es laut BSW-Solar von Januar bis März 2026 im sogenannten Heimsegment, wie etwa Dachanlagen auf Wohngebäuden. Bei Dachanlagen auf gewerblich genutzten Gebäuden betrug der Rückgang sogar 33 Prozent, verglichen mit dem ersten Quartal 2025. Bei Photovoltaik-Freiflächenanlagen habe es hingegen einen Zuwachs um 20 Prozent gegeben.

Für die nächsten Wochen rechnet BSW-Solar mit einer zumindest leichten Belebung der Nachfrage infolge der aktuellen Energiekrise. Außerdem dürfte es Vorzieheffekte wegen der drohenden Einschnitte bei der Förderung durch die schwarz-rote Bundesregierung geben. "Eine vorübergehende solare Sonderkonjunktur, sollte sie kommen, ersetzt keine verlässlichen Investitionsbedingungen", warnte jedoch Körnig.

Quelle: ntv.de, als/AFP

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