Wirtschaft

Falschaussage im Abgasausschuss Neue Anklage gegen Ex-VW-Chef Winterkorn

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Winterkorn soll bereits im Mai 2015 vom Abgasbetrug bei VW gewusst haben.

(Foto: dpa)

Vor fast sechs Jahren kommt der Abgasbetrug bei VW ans Licht. Damals habe er nichts davon gewusst, beteuert Konzernchef Winterkorn im Jahr 2017 im U-Ausschuss des Bundestags. Die Berliner Justiz sieht das anders und klagt den Manager wegen Falschaussage an.

Die Berliner Staatsanwaltschaft hat gegen den ehemaligen VW-Chef Martin Winterkorn Anklage wegen uneidlicher Falschaussage im Untersuchungsausschuss des Bundestags zur Abgasaffäre erhoben. Er solle "bewusst falsche Angaben" zur Frage gemacht haben, zu welchem Zeitpunkt er über den Einsatz einer Software zur Manipulation der Abgaswerte unterrichtet war, teilte die Behörde mit. Die Anklage wurde am Landgericht Berlin erhoben.

Winterkorn hatte im Januar 2017 vor dem Abgas-Untersuchungsausschuss des Bundestages bestritten, vor Bekanntwerden des Dieselskandals im September 2015 von den Manipulationen gewusst zu haben. Die Staatsanwaltschaft Berlin habe jedoch Beweise, wonach Winterkorn bereits im Mai 2015 von der illegalen Abschalteinrichtung erfahren haben soll.

Die Meldung zur Anklage erschien kurz vor Bekanntwerden einer Einigung des ehemaligen Managers und des Volkswagen-Konzerns zu Schadenersatz im Zusammenhang mit dem Dieselskandal. Demnach zahlt der heute 74-jährige Winterkorn die Rekordsumme von 11,2 Millionen Euro, wie der Wolfsburger Autobauer mitteilte. Winterkorn hatte zuvor jedoch stets beteuert, sich vor dem Bekanntwerden der Dieselaffäre im September 2015 korrekt verhalten zu haben.

Der Dieselskandal bei dem Autobauer war im September 2015 öffentlich geworden. VW räumte damals ein, bei bestimmten Dieselmotoren eine Software verbaut zu haben, die den Ausstoß von Stickoxid nur auf dem Prüfstand senkt, nicht aber im Straßenverkehr. In Deutschland wurden deswegen unter anderem Winterkorn sowie andere ehemalige oder aktuelle hochrangige Mitarbeiter angeklagt oder stehen vor Gericht.

Quelle: ntv.de, cri/AFP/rts

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