Wirtschaft

Eurowings auf Langstrecken Neue "Business Class" im Billigflieger

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Auf der Reisemesse werden erstmals die Business-Seats von Eurowings gezeigt.

(Foto: REUTERS)

Billigflieger werben normalerweise mit einfacher Ausstattung zu günstigen Preisen. Auf der Reisemesse ITB präsentiert nun aber die Lufthansa-Tochter Eurowings erstmals auch eine "Business Class" für Billigflieger auf Langstecke. Passt das zum Low-Cost-Image?

Der Billigflieger Eurowings hat auf der Internationalen Tourismusbörse in Berlin erstmalig seine neue Business Class für Langstrecken vorgestellt. Das ist deshalb außergewöhnlich, weil damit ein Low-Cost-Anbieter wie die Lufthansa-Tochter auch eine Premium-Klasse für Passagiere anbietet. Somit haben die Eurowings-Reisende, die beispielsweise in die Vereinigten Staaten oder die Karibik fliegen, bald die Möglichkeit, auch in einem sogenannten Billigflieger zwischen verschiedenen Sitzklassen zu wählen.

Natürlich greift Eurowings dabei auch auf das Know-how des Mutterkonzerns Lufthansa zurück. Die neuen Sitze sind in edlem Grau gestaltet. Es gibt ein Inflight-Unterhaltungssystem mit Filmen und gegen eine Gebühr können die Fluggäste auch WLAN nutzen.

Aber widerspricht sich das - eine Business Class im Low-Cost-Flieger? n-tv.de hat nachgefragt: "Wir haben für jeden Geldbeutel das passende Produkt. Wenn der Kunde sagt, er möchte mehr Geld ausgeben und sich ausruhen, dann kann er für eine Urlaubsreise nach Punta Cana beispielsweise die Business Class dazubuchen", erklärt Fabian Schwarz vom Eurowings auf der Reisemesse ITB.

Die Flüge in der Business Class kosten 799 Euro pro Weg. Der normale Economy-Platz startet bei etwa 199 Euro für Langstreckenflüge (pro Flug). "Nur weil wir Low Cost sind, ist das keine andere Business Class, es soll ein vollumfängliches Alles-Inklusive-Programm sein", beschreibt Schwarz im Gespräch mit n-tv.de.

Neuordnung nach Air Berlin-Pleite

Die Billigflieger wie Eurowings stehen in direkter Konkurrenz mit anderen günstigen Anbietern wie beispielsweise Wow Air, die auch zu niedrigen Tarifen (mit Umstieg) Transatlantik-Flüge durchführen. Der Wettbewerb am Himmel ist gerade nach der Insolvenz von Air Berlin besonders eng, sodass sich Unternehmen auch immer mehr Angebote überlegen müssen, um neue Kunden anzulocken.

Air Berlin hatte in den letzten Monaten des Bestehens besonders auf Transatlantik-Verbindungen in die USA gesetzt. Fraglich ist allerdings, ob sich eine Business Class im Billigflieger langfristig lohnt, oder ob die finanzkräftigere Zielgruppe nicht gleich auf eine Airline mit höheren Preisen und anderer Gesamtausstattung setzt.

Quelle: ntv.de