Wirtschaft

Von der Leyen jubelt bei Festakt Neue Pipeline befreit Bulgarien von russischem Erdgas

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Bereits im Juli trafen sich der griechische Premierminister Kyriakos Mitsotakis (l.) und sein bulgarisches Pendant Kiril Petkow, um in der griechischen Stadt Komotini den griechischen Teil der Pipeline einzuweihen.

(Foto: REUTERS)

Am Anfang des russischen Angriffs auf die Ukraine ist Bulgarien fast völlig vom russischen Erdgas abhängig. Gut sieben Monate später feiert das Land seine vollständige Unabhängigkeit von Russland. Eine neue Pipeline schließt es an Griechenland, die Türkei und Aserbaidschan an.

Bulgarien und Griechenland haben eine neue Erdgas-Pipeline in Betrieb genommen, die für die Unabhängigkeit der EU von Russlands wichtig ist. "Heute beginnt eine neue Ära für Bulgarien und Südosteuropa", sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in der bulgarischen Hauptstadt Sofia bei der Einweihung der Pipeline. Das Projekt bedeute "Freiheit von der Abhängigkeit vom russischen Gas", betonte sie im Rahmen der Zeremonie.

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EU-Kommissionspräsident von der Leyen versprach bei der Einweihung der Pipeline in Sofia neue "Stabilität in der Region".

(Foto: REUTERS)

Die 182 Kilometer lange Gas-Pipeline verläuft zwischen der nordgriechischen Stadt Komotini und dem mittelbulgarischen Stara Sagora. Nach den Worten von der Leyens wurde sie seit Beginn des Projekts 2009 mit insgesamt 250 Millionen Euro durch die Europäische Union unterstützt. Die Pipeline hat eine Kapazität von drei bis fünf Milliarden Kubikmetern Gas im Jahr und bindet Bulgarien an die Trans Adria Pipeline (Tap) an. Diese leitet Erdgas von Aserbaidschan über die Türkei nach Griechenland und weiter nach Italien.

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Durch die neue Verbindung können der gesamte Gasverbrauch Bulgariens gedeckt werden, unterstrich von der Leyen bei der Einweihung. Sie erinnerte daran, dass Bulgarien vor dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine fast völlig vom russischen Erdgas abhängig gewesen sei. "Durch die strategische Zusammenarbeit zwischen Bulgarien und Griechenland können wir Stabilität in der Region erreichen", betonte Bulgariens Präsident Rumen Radew.

Zur Einweihung in Sofia kamen auch die Präsidenten von Aserbaidschan, Nordmazedonien und Serbien - Ilham Aliyev, Stevo Pendarovski und Aleksandar Vucic - sowie die Regierungschefs von Griechenland und Rumänien, Kyriakos Mitsotakis und Nicolae Ciuca. Griechenlands Regierungschef Kyriakos Mitsotakis lobte den "weiteren geopolitischen Sinn" der Einweihung. Der aserbaidschanische Präsident Ilham Aliyev bekräftigte, dass sein Land mit der Europäischen Union langfristig zusammenarbeiten werde. Dabei handelt es sich nicht nur um Lieferungen von Erdgas, sondern künftig auch von Strom aus erneuerbaren Quellen. Bis 2027 sollen die Gaslieferungen aus Aserbaidschan für die EU verdoppelt werden.

Quelle: ntv.de, chr/dpa

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