Wirtschaft

Pichler plant neue Anleihe Neuer Air-Berlin-Chef erklärt, wie es geht

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Stefan Pichler erklärt den Kleinaktionären, wie man eine Fluggesellschaft führen muss.

(Foto: dpa)

Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft gilt als chronisch defizitär. Der neue Air-Berlin-Chef, Stefan Pichler, erklärt vor Kleinaktionären in London, wie und wann er die angeschlagene Linie wieder auf die Beine bringen will. Doch die Sache hat einen Haken.

Der neue Chef der angeschlagenen Fluggesellschaft Air Berlin, Stefan Pichler, hat sich vor Kleinaktionären in London optimistisch zur Zukunft des Unternehmens geäußert. Der Ausblick für 2015 habe sich spürbar verbessert, sagte er auf der stets in der britischen Hauptstadt stattfindenden Hauptversammlung.

Das Streckennetz werde derzeit erneut komplett überprüft, die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft werde sich künftig noch mehr auf profitable Verbindungen konzentrieren. Die Vereinheitlichung der Flotte reduziere die Wartungskosten, erklärte Pichler den wenigen angereisten Kleinaktionären.

Zudem sollten weitere Langstreckenziele angeflogen und die Auslastung weiter gesteigert werden. Hinzu käme, Linienflüge mit Partnergesellschaften zu teilen, dem sogenannten Codesharing. Dass Pichler auch an der Preisschraube drehen will, wertet Michael Kunert von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) als gutes Zeichen: "Es ist endlich etwas mehr Realitätssinn bei der Gesellschaft eingekehrt", sagt der Aktionärsschützer. "Es ist erkannt worden, dass man nicht nur auf der Kostenseite ran muss."

Schon nächstes Jahr soll Air Berlin wenigstens operativ wieder Gewinn einfliegen. Von mehreren Kleinaktionären gibt es Lob. Pichler habe bisher mehr bewegt als seine Vorgänger - Joachim Hunold, Hartmut Mehdorn und Wolfgang Prock-Schauer - in Jahren.

Alles hängt an Etihad

Doch die Frage der Fragen war schließlich, ob Etihad noch hinter Air Berlin stünde? Ohne die staatliche Fluglinie der Vereinigten Arabischen Emirate ginge nichts bei den Berlinern. Sie hält Air Berlin seit 2012 mit Kapitalspritzen und Krediten im Geschäft, damit das deutsche Unternehmen Fluggäste zum Etihad-Drehkreuz Abu Dhabi bringt.

Medienberichten zufolge ist eine neue Anleihe geplant. Der frühere Air-Berlin-Finanzchef Ulf Hüttmeyer ist jetzt bei Etihad. Auf die Frage nach der Rückendeckung antwortet Verwaltungsrats-Chef Hans-Joachim Körber denn auch mit einem klaren "Ja". Etihad-Chef James Hogan stimmte dem zu.

Pichler war im Februar mit dem Ziel angetreten, mit der chronisch defizitären Airline 2016 im operativen Geschäft wieder einen Gewinn einzufliegen. Im vergangenen Jahr sei die angestrebte Trendwende klar verfehlt worden, sagte Pichler mit Blick auf die Arbeit seines Vorgängers, Wolfgang Prock-Schauer. Man müsse in der Lage sein, die Gesellschaft profitabel zu führen. "Das ist eine Herausforderung." Die Kleinaktionäre vertrauen darauf, dass Pichler sich dieser Herausforderung stellt. Viele von ihnen haben bislang einen Großteil ihrer Anteile verloren, bleiben dennoch aber dem Unternehmen treu - und hoffen auf bessere Zeiten.

Quelle: ntv.de