Wirtschaft

Rücksicht auf die Hannover Messe? Niedersachsen klopft bei der Bahn an

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(Foto: dpa)

Die Baustellenplanung der Bahn löst in Niedersachsen Wirbel aus: Die Landesregierung in Hannover fürchtet um die Besucherströme zur Hannover-Messe. Wirtschaftsminister Lies versucht, Bahn-Chef Grube umzustimmen.

Die geplanten Bauarbeiten auf der ICE-Strecke Hannover-Kassel stoßen in Niedersachsen auf Widerstand. Landesminister Olaf Lies, in Hannover zuständig für Verkehr und Wirtschaft, hat die Deutsche Bahn aufgefordert, bei den ab Ende April geplanten Bauarbeiten Rücksicht auf die Hannover-Messe zu nehmen.

Die Arbeiten auf der wichtigen Nord-Süd-Verbindung sollen demnach während der weltgrößten Industrieschau zeitweise ruhen. Die Bahn könne die Bauarbeiten während der Messe morgens und abends jeweils für zwei Stunden ruhen lassen, schlug Lies vor. Er bot Bahnchef Rüdiger Grube und Vorstand Volker Kefer zuletzt einen entsprechenden Kompromissvorschlag an.

"Herr Grube und dann auch Herr Kefer in einem weiteren Telefonat haben mir zugesagt, diese Idee zu prüfen", erklärte der SPD-Politiker. Demnach könnten die Bauarbeiten wie geplant am 23. April beginnen, würden aber während der Hannover-Messe morgens und abends jeweils für zwei Stunden ruhen.

"Auf diese Weise könnte zumindest der Hauptmesseverkehr ohne Verzögerungen abgewickelt werden und man würde wohl auch nicht den Pfingstreiseverkehr tangieren", sagte Lies. Während der Industrie-Messe werden nach Angaben seines Ministeriums 15.000 Besucher aus den südlichen Bundesländern und weitere 10.000 aus dem Ausland mit der Bahn aus Richtung Frankfurt anreisen.

Die Bahn will die wichtige Schnellfahrstrecke Hannover-Kassel für umfangreiche Sanierungsarbeiten vom 23. April bis zum 8. März sperren. Während der zweiwöchigen Bauarbeiten wird es zu Verspätungen, Umleitungen und Zugausfällen kommen. Die Hannover-Messe findet vom 25. bis 29. April statt.

Zahlreiche Rückmeldungen aus der Wirtschaft, den Medien und der Bevölkerung hätten Lies, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Messe AG ist, zu dem Telefonat mit Grube veranlasst, teilte das niedersächsische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr mit.

Überraschende Streckensperrung

Die Bahn hatte zuvor Reisende mit der kurzfristigen Bekanntgabe von Bauarbeiten auf der vielbefahrenen Strecke überrascht. Um Reparaturarbeiten am Gleisbett vornehmen zu können, will die Bahn die Schnellfahrstrecke bisherigen Planungen zufolge komplett sperren. Betroffen sind zahlreiche Verbindungen im Fernverkehr.

Auf verschiedenen Abschnitten müsse der Schotter erneuert werden, teilte die Bahn mit. Durch die notwendigen Umleitungen werde es zu längeren Fahrzeiten von bis zu einer Stunde kommen, hieß es. Außerdem könne die Bahn nicht alle Bahnhöfe anfahren. Für die Reisenden soll es Kulanzregelungen geben.

Quelle: ntv.de, mmo/dpa