Wirtschaft

Arbeitsvertrag wohl "unzulässig" Nissan fordert Millionen von Ghosn zurück

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Der Ex-Manager Ghosn soll unerlaubt Millionen einer Tochterfirma von Nissan und Mitsubishi eingesackt haben.

picture alliance/dpa

Die Ghosn-Affäre hält an: Als Vorstandschef von Nissan und Mitsubishi hat der 64-Jährige wohl unerlaubt Millionenbeträge von einer Tochterfirma kassiert. Dieses Geld will einer der Autobauer nun von dem in U-Haft sitzenden Ex-Manager zurück haben.

Der japanische Autobauer Nissan will von seinem ehemaligen Verwaltungsratschef Carlos Ghosn rund acht Millionen Euro zurückfordern. Diese Summe habe eine gemeinsame Firma von Nissan und Mitsubishi in den Niederlanden "unzulässigerweise" an Ghosn überwiesen, teilte das Unternehmen mit. Dies hätten die internen Untersuchungen von Nissan und Mitsubishi gegen Ghosn ergeben.

Nissan Motor
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Ghosn habe mit der niederländischen Tochterfirma Nissan-Mitsubishi B.V. (NMBV) einen Arbeitsvertrag abgeschlossen, ohne seinen damaligen Stellvertreter Hiroto Saikawa bei Nissan oder Mitsubishi-Chef Osamu Masuko zu informieren, teilte Nissan weiter mit. Insgesamt habe er 7.822.206,12 Euro brutto erhalten. Nissan betrachte diese Zahlung als "Ergebnis eines Fehlverhaltens" und werde die volle Summe von Ghosn zurückfordern. "Anderes verdächtiges, illegales Verhalten" habe man nicht feststellen können, erklärte Mitsubishi Motors.

Mitsubishi Estate
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Ghosn, der einst Nissan vor der nahen Pleite gerettet und zusammen mit Renault und Mitsubishi eine mächtige internationale Autoallianz geschmiedet hatte, war am 19. November in Tokio zusammen mit seiner früheren rechten Hand Greg Kelly wegen Verstoßes gegen Börsenauflagen festgenommen und angeklagt worden. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, sein Einkommen von 2010 bis 2015 um Millionen zu niedrig angegeben und dies auch von 2015 bis 2018 getan zu haben. Zudem habe er persönliche Verluste auf Nissan übergewälzt.

Renault
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Der 64-Jährige weist die Vorwürfe zurück. Seine Anträge auf Haftentlassung blieben allerdings bislang ohne Erfolg. Während Kelly kürzlich auf Kaution frei kam, sitzt Ghosn nach zwei Monaten weiter in Untersuchungshaft. Er wird wohl bis zu Beginn des Prozesses Anfang März im Gefängnis bleiben.

Nissan und Mitsubishi hatten Ghosn schon kurz nach der Festnahme als Verwaltungsratschef abgesetzt. Bei Renault ist er indes offiziell noch Konzernchef. Doch nun hat der französische Staat als Anteilseigner einen neuen Verwaltungsratschef gefordert. Gesucht werde die "beste Lösung für die künftige Führung der Gruppe", teilte der amtierende Renault-Verwaltungsratschef Philippe Lagayette mit. Er nannte dabei den Namen Ghosns nicht explizit. Im Gespräch als Ghosn-Nachfolger ist Michelin-Chef Jean-Dominique Sénard. Vorstandschef soll Ghosns Stellvertreter Thierry Bolloré werden, der jetzt schon die Geschäfte leitet.

Quelle: n-tv.de, cri/dpa/AFP

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