Wirtschaft

Harter Kampf gegen Huawei & Co. Nokia wechselt Chef aus

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Über den Straßen von New York: Der US-Mobilfunkanbieter Sprint nutzt Nokia-Antennen für sein 5G-Netzwerk in der US-Metropole.

(Foto: REUTERS)

Die Ausrüstung von Telekommunikationsnetzen ist die einzige Sparte, die vom einstigen Handy-Riesen Nokia geblieben ist. Doch der Kampf um diesen Markt ist hart und Nokias Gewinn entsprechend dürftig. Ein neuer, alter Chef soll das Ruder jetzt herumreißen.

Der Netzwerk-Ausrüster Nokia wechselt mitten im Kampf um entscheidende Aufträge zum 5G-Ausbau den Chef aus. Zum 1. September soll Pekka Lundmark den Spitzenjob von Rajeev Suri übernehmen, wie das finnische Unternehmen mitteilte. Lundmark ist aktuell Chef der Energiefirma Fortum, ist aber ein Nokia-Rückkehrer: Er war einst unter anderem für die Strategie in der Netzwerk-Sparte verantwortlich.

Nokia hatte sein einst weltweit dominierendes Handy-Geschäft und den Kartendienst Here verkauft und sich komplett auf das Ausrüsten von Telekommunikations-Netzen konzentriert. Dafür übernahm Nokia nicht nur das Geschäft des langjährigen Partners Siemens, sondern kaufte auch den Konkurrenten Alcatel-Lucent. Suri übernahm vor gut zehn Jahren die Führung der Netzwerk-Sparte und 2014 auch des gesamten Konzerns.

Das Netzausrüster-Geschäft ist hart umkämpft. Die Schwergewichte Ericsson und Nokia spüren den Preisdruck von chinesischen Konkurrenten wie Huawei und ZTE. Nokia schloss das vergangene Jahr mit einem mageren Gewinn von sieben Millionen Euro ab - nach einem Verlust von 340 Millionen Euro 2018. 

Ein Faktor für die Zukunft von Nokia könnte werden, welche Rolle Huawei beim Ausbau der 5G-Netze in Europa spielt. Der 5G-Datenfunk mit hohen Geschwindigkeiten und kurzen Reaktionszeiten gilt als Standard der Zukunft unter anderem für die Industrie. Vor allem die USA warnen vor einer Gefahr von Spionage und Sabotage mithilfe von Huawei-Technik und machen Druck auf Verbündete, den Konzern vom Netzausbau auszuschließen. Huawei weist die Vorwürfe zurück. Zuletzt zeichnete sich in Europa der Kurs ab, "risikobehaftete Anbieter" aus dem Kern der Netze herauszuhalten, aber in Randbereichen der Infrastruktur zuzulassen. Da Telekom-Firmen traditionell mindestens zwei Lieferanten haben wollen, könnte das Nokia helfen, sich neben Ericsson einen festen Platz in 5G-Netzen zu sichern.

Quelle: ntv.de, mbo/dpa