Wirtschaft

Faule Kredite belasten Bilanz NordLB verbucht Rekord-Verlust

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Ein Jahr zuvor hatte noch ein Millionen-Gewinn in den Büchern gestanden. Nun sind es rote Zahlen.

(Foto: imago/Eckhard Stengel)

Die angeschlagene Norddeutsche Landesbank legt ihre Geschäftsergebnisse für 2018 vor. Unterm Strich steht ein Milliardenverlust. Das schwierige Geschäft bei Schiffsfinanzierungen reißt das Institut nach unten. Der Vorstandschef sieht aber Licht am Horizont.

Faule Schiffskredite haben der Norddeutschen Landesbank (NordLB) 2018 einen Rekordverlust eingebrockt. Das Minus lag bei knapp 2,4 Milliarden Euro, wie das Institut mitteilte. "Der hohe Jahresverlust ist schmerzhaft", sagte Vorstandschef Thomas Bürkle. "Aber die Befreiung von Altlasten aus der Schiffsfinanzierung ermöglicht uns einen Neustart." Die Bank habe für diese Altlasten zusätzliche Risikovorsorge in Höhe von 1,89 Milliarden Euro gebildet.

2017 hatte die Bank noch 135 Millionen Euro verdient. Wegen hoher Kosten für den anstehenden Umbau und die Verkleinerung der Landesbank rechnet das Management auch für 2019 mit einem Verlust. "Spätestens 2020 wollen wir aber wieder Gewinne erwirtschaften."

Die faulen Kredite haben bei der Bank einen Kapitalbedarf von gut 3,6 Milliarden Euro ausgelöst. Die NordLB soll nun deutlich kleiner werden und sich von Schiffsfinanzierungen trennen. Grundzüge für eine Stützung des Instituts sehen vor, dass die Eignerländer Niedersachsen und Sachsen-Anhalt 1,7 Milliarden Euro in bar zuschießen und das Sparkassen-Lager gut 1,1 Milliarden aufbringt. Zudem stellt Niedersachsen kapitalentlastende Maßnahmen über 800 Millionen Euro bereit - etwa über Abschirmungen und Garantien für Problemkredite. Wenn die EU-Kommission grünes Licht für Finanzspritzen und die Neuausrichtung der Bank gibt, soll alles nach Angaben der Bank spätestens im dritten Quartal über die Bühne sein.

Die Bilanzsumme der NordLB soll von 154 Milliarden Euro auf rund 95 Milliarden Euro sinken, die Rendite auf acht Prozent steigen. Für die harte Kernkapitalquote peilt das Management bis spätestens Ende 2019 rund 14 Prozent an, nach 6,8 Prozent Ende 2018.

Neues Geschäftsmodell

Da viele Geschäftsfelder schrumpfen oder ausgelagert werden sollen, steht dem Institut ein erheblicher Abbau von Arbeitsplätzen bevor. Der niedersächsische Finanzminister und NordLB-Aufsichtsratschef Reinhold Hilbers hatte bereits am Mittwoch angekündigt, dass die Zahl der Vollzeitstellen von derzeit rund 5500 auf etwa 3250 fallen werde.

Kern des neuen Geschäftsmodells sollen das Firmenkundengeschäft, die Immobilienfinanzierung und das Agrarbanking sowie - in Abgrenzung zu den Sparkassen - das Privatkundengeschäft sein. Die Immobilientochter Deutsche Hypo bleibt ebenso wie Teile der Flugzeugfinanzierung; von den Schiffskrediten dagegen will sich das Geldhaus ebenso trennen wie vom überregionalen Kommunalgeschäft.

Quelle: ntv.de, hul/rts/dpa

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