Wirtschaft
Nordex-Turbinen sind derzeit nicht überragend gefragt.
Nordex-Turbinen sind derzeit nicht überragend gefragt.(Foto: picture alliance / dpa)
Dienstag, 14. November 2017

Branche im Tief: Nordex rechnet mit längerer Flaute

Der unter Druck geratene Windturbinenbauer Nordex hat sein Umsatzziel für 2017 zurückgenommen. Auch im kommenden Jahr werden die Geschäfte eher schwach ausfallen.

Nach Vestas und Siemens Gamesa bekommt nun auch Nordex das zunehmend schärfere Marktumfeld zu spüren. Nach einem schwachen dritten Quartal senkte der Windturbinenhersteller den Umsatzausblick für das Gesamtjahr. In den drei Monaten brachen Gewinn und Auftragseingang noch stärker ein als am Markt ohnehin schon erwartet. Kurzfristig ist zudem keine Besserung in Sicht: Für das kommende Jahr erwartet Nordex in Europa weiterhin eine schwache Nachfrage.

Der Umsatz sank im dritten Quartal auf Jahressicht von 856 Millionen auf 818 Millionen Euro. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) verringerte sich auf 64 Millionen Euro. Unter dem Strich verdiente Nordex nur noch 5,2 Millionen nach 13 Millionen Euro. Der Auftragseingang brach sogar auf 203 Millionen von 839 Millionen Euro ein.

Mittelfristig soll es aufwärts gehen

Für das Gesamtjahr erwartet die Nordex SE nun nur noch einen Umsatz leicht unterhalb von 3,1 Milliarden Euro. Die Ebitda-Marge soll auf 7,8 bis 8,2 Prozent sinken. 2016 hatte Nordex noch einen Umsatz von 3,4 Milliarden und eine Rendite von 8,4 Prozent erzielt.

Für die kommenden Jahre zeigte sich das Unternehmen zuversichtlich. "Auf mittlere Sicht sehe ich gute Chancen für unser Geschäft", so Nordex-Chef Jose Luis Blanco. "So stoßen unsere im Sommer vorgestellten neu entwickelten Turbinen mit 140 und 149 Meter großen Rotoren auf wachsendes Interesse bei Kunden." Ab 2019 erwarte Nordex eine sich wieder erholende Geschäftsentwicklung.

Um Kosten zu senken, baut Nordex Stellen ab. Im September kündigte der Konzern den Wegfall von bis zu 500 Jobs in Europa an - weltweit beschäftigt Nordex mehr als 5000 Mitarbeiter. Der Konzern setzt auf Annahme eines Freiwilligenprogramms bis Jahresende. Im schlimmsten Fall werde es Kündigungen geben müssen, sagte ein Sprecher.

Branche in der Krise

Vergangene Woche hatten mit Siemens Gamesa und Vestas bereits zwei Windenergieunternehmen schwache Geschäftszahlen vorgelegt. Das dänische Unternehmen hatte angesichts des Preisdrucks in der Branche auch den Gewinnausblick gesenkt und damit einen Kurseinbruch an der Börse ausgelöst.

Die Investoren reagierten einmal mehr enttäuscht und zogen sich zurück. Seit Jahresbeginn hat das Papier rund 64 Prozent nachgegeben - seit dem Zwischenhoch Ende 2015 sind es fast minus 80 Prozent.

Der Windenergiemarkt leidet zum einen darunter, dass der Zubau neuer Anlagen verstärkt reglementiert wird. Zum anderen sinken die Strompreise massiv, neue Anlagen müssen deshalb leistungsfähiger und preisgünstiger werden.

Quelle: n-tv.de

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