Wirtschaft

Milliardär Branson im Interview "Normale Bevölkerung sollte ins All fliegen"

Mit Virgin Galactic nimmt Richard Branson das Weltall ins Visier. Der Milliardär träumt davon, vielfach so viele Menschen wie bisher in den Kosmos zu schicken. Doch im Gespräch mit n-tv auf der Digital X in Köln lässt der Unternehmer auch andere Themen anklingen, die ihm wichtig sind.

n-tv: Mr. Branson, es scheint Ihnen wirklich wichtig zu sein, etwas Gutes für diese Welt zu tun. Inwiefern tun Sie das, wenn Sie Menschen ins All schicken und warum ist das so wichtig für Sie?

Richard Branson: Menschen ins All zu schicken und andere Dinge im All zu tun, wird tatsächlich einen großen Unterschied für die wunderschöne Welt machen, auf der wir leben. Wir werden zum Beispiel Satelliten rund um die Erde installieren. Es gibt vier Milliarden Menschen, die keinen Zugang zum Internet haben. Wenn Sie heutzutage keinen Zugang zum Internet haben, werden Sie abgehängt. Es gibt nur 500 Menschen, die jemals im Weltraum waren, und wir werden diese Zahl verdoppeln, verdreifachen, vervierfachen können. Und wenn diese Menschen dann auf die Erde zurückschauen, die Reise ins All wird sie verändern. Und warum sollte nicht auch die normale Bevölkerung in den Weltraum fliegen können und nicht nur die 500 Menschen, die in den letzten 60 Jahren dort gewesen sind? Ich freue mich darauf, nächstes Jahr ins All zu fliegen und ich freue mich auf die vielen anderen Menschen hier in Deutschland, die das auch tun werden.

Wenn wir über den Klimawandel sprechen, glauben Sie, dass Technologien eine Lösung für den Klimawandel sein können, oder müssen wir uns auch irgendwo zügeln?

Ich glaube Technologie kann die Antwort auf den Klimawandel sein, aber wir müssen uns beeilen. Wir brauchen Regierungen, die Firmen dazu verpflichten, eine ganze Menge Geld in saubere Energien zu investieren, entsprechend ihrem CO2-Ausstoß. Und ich denke, wenn wir alle Firmen dazu bekommen könnten, das zu tun, dann hätten wir das Problem ziemlich schnell im Griff.

Und wenn Sie auf Deutschland schauen, wie machen wir uns, wenn es um Zukunftstechnologien geht? Wir haben oft das Gefühl hinterherzuhinken, was ist Ihre Sicht auf deutsche Technologien?

Sehen Sie, ich habe großen Respekt vor Deutschland. Was ihr als Land erreicht habt, ist außergewöhnlich. Ihr habt euch außergewöhnlich großzügig bei der Zuwanderung gezeigt und das ist etwas, worauf ihr alle stolz sein solltet und davon wird tatsächlich auch die Wirtschaft profitieren. Aber es ist ähnlich großartig zu sehen, wie viele Windräder in Deutschland aufgestellt werden, die Menge an Solarzellen. Dass ihr aus der Atomenergie ausgestiegen seid, wird diese Aufgabe natürlich schwieriger machen und es existiert die Gefahr, dass Kohle als Energieträger wieder zurückkehrt, also müsst ihr so schnell wie möglich aufhören, Kohle zu verwenden und zu grünen Energien wechseln.

Mit Richard Branson sprach Clara Pfeffer

Quelle: ntv.de