Wirtschaft

Schmiergeldaffäre beigelegt Novartis muss 750 Millionen Dollar zahlen

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Novartis-Chef Narasimhan teilte mit, der Konzern wolle aus seinen Fehlern lernen.

(Foto: REUTERS)

Über Jahre zahlt Novartis Millionensummen für vermeintliche Konferenzen, um Ärzte zur Verschreibung ihrer Medikamente zu bringen. Auch mit Ausflügen oder Mahlzeiten in Luxusrestaurants werden die Mediziner umworben. Um den Rechtsstreit zu beenden, muss der Pharmakonzern nun hohe Vergleiche zahlen.

Der Schweizer Pharmakonzern Novartis hat in den USA zwei Millionen-Vergleiche zur Beilegung einer Schmiergeldaffäre geschlossen. Das Unternehmen zahle fast 730 Millionen Dollar (650 Millionen Euro), um zwei Verfahren abzuschließen, teilte Novartis mit. Der weitaus größte Teil der Summe, 678 Millionen Dollar, entfällt demnach auf eine juristische Auseinandersetzung über fragwürdige Zahlungen an Ärzte.

Novartis soll über Jahre Hunderte Millionen Dollar für vermeintliche Konferenzen ausgegeben haben, bei denen Mediziner auftraten, die besonders häufig Medikamente des Konzerns verschrieben. Laut US-Justizministerium dienten die Honorare für die Ärzte dem Zweck, dass sie weiterhin und möglichst noch öfter zu Novartis-Produkten greifen.

Viele Konferenzen fanden nicht statt

Neben direkten Zahlungen seien die Mediziner mit Ausflügen, extravaganten Mahlzeiten und teuren Drinks in Luxusrestaurants umworben worden. Auch in Golfklubs oder auf Weingütern fanden die Fortbildungen demnach statt, bei denen die bezahlten Referenten teilweise gar keine Präsentation halten mussten. In anderen Fällen wurden auch Honorare für Anlässe gezahlt, die gar nicht erst stattfanden.

In dem anderen Rechtsstreit ging es um den Vorwurf, der Konzern habe über drei Stiftungen Zahlungen an Patienten geleistet, die mit zwei Novartis-Medikamenten gegen Multiple Sklerose und Nierenkrebs behandelt wurden und über die staatliche Krankenversicherung Medicare versichert waren. Für das Schmiergeldschema zur Unterwanderung des Medicare-Programms mit Subventionen der teuren Medikamente auf Kosten der US-Steuerzahler zahlt Novartis den Angaben zufolge 51,25 Millionen Dollar.

Nach Auffassung des US-Justizministeriums fielen die Entscheidungen über die Schmiergeldzahlungen an höchster Stelle im Nordamerika-Hauptquartier von Novartis. Konzernchef Vas Narasimhan erklärte, das Unternehmen wolle frühere Regelverstöße aufklären und daraus lernen.

Quelle: ntv.de, lri/AFP