Wirtschaft

Solider Jahresauftakt Novartis steckt die Ziele höher

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Novartis ist optimistischer.

(Foto: imago/CHROMORANGE)

Nach den ersten drei Monaten steigt beim Schweizer Pharmariesen Novartis die Zuversicht. Angesichts steigender Einnahmen und großer Pläne mit neuen Medikamenten hebt das Unternehmen seine Prognose an. Der jüngste Verlust der Aktie soll letztlich nur eine Delle sein.

Der Pharmakonzern Novartis hat im ersten Quartal mehr eingenommen und erwirtschaftet. In der Folge hoben die Schweizer ihre Prognose für das operative Ergebnis 2019 an. Analysten trauen dem Zahlenwerk genug Wirkung zu, dass die Aktie ihre Verluste nach der Abspaltung der Tochter Alcon wieder aufholen könnte. Die Experten der Zürcher Kantonalbank sprachen von einer "positiven Überraschung". Jüngst hatte auch der Schweizer Konkurrent Roche nach einem überraschend starken Jahresstart dank neu eingeführter Medikamente die Prognose angehoben.

Für Rückenwind sorgte vor allem das Wachstum bei dem Mittel Cosentyx gegen Schuppenflechte - nun die umsatzstärkste Arznei des Konzerns - sowie beim Herzmedikament Entresto. Der Nettoumsatz des Pharmakonzerns stieg im Auftaktquartal währungsbereinigt um sieben Prozent auf 11,1 Milliarden US-Dollar. Hier lieferte vor allem die Division Innovative Medicines einen Beitrag. Die Einnahmen der Division Sandoz gab dagegen zwei Prozent auf 2,3 Milliarden Dollar nach, wobei das Ergebnis teilweise von einem Preisverfall vor allem in den USA belastet wurde. Der Umsatz mit Biopharmazeutika stieg global um elf Prozent, wozu vor allem das Geschäft in Europa beitrug.

Das operative Kernergebnis erhöhte sich dank der Umsatzsteigerung um fast ein Fünftel auf 3,25 Milliarden Dollar. Unter dem Strich blieben mit knapp 1,9 Milliarden Dollar vier Prozent mehr, beeinflusst durch eine Nettowertminderung und niedrigere Veräußerungsgewinne.

Im Zusammenhang mit der Abspaltung von Alcon am 9. April wird der Konzern in den Ergebnissen der aufgegebenen Geschäftsbereiche im zweiten Quartal einen einmaligen, nicht geldwirksamen Gewinn nach dem Rechnungslegungsstandard IFRS von rund 4,7 Milliarden Dollar ausweisen.

Neuer Chef bei Sandoz

Für das laufende Jahr erwartet der Vorstand weiterhin ein Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich. Beim operativen Kernergebnis strebt Novartis nun eine Steigerung im hohen einstelligen Prozentbereich bei konstanten Wechselkursen an. Novartis geht weiterhin davon aus, dass die bereits bekanntgegebene Veräußerung des Portfolios der oral verabreichten festen Darreichungsformen und des Dermatologiegeschäfts von Sandoz in den USA im Jahr 2019 abgeschlossen wird.

Bei Sandoz ist Novartis auf der Suche nach einem neuen Chef fündig geworden. Richard Saynor wird den Posten übernehmen, wie Novartis mitteilte.  Er startet Anfang August. Es gab bereits wiederholt Spekulationen, dass sich Novartis früher oder später von dem Geschäft mit Nachahmermedikamenten trennen könnte.

Novartis-Chef Vasant Narasimhan gibt sich für das laufende Jahr zuversichtlich, Wachstumstreiber werden in der geplanten Einführung von "potenziellen Blockbustern" wie Mayzent und Brolucizumab gesehen. "Mit der Einführung von Mayzent, der erfolgreichen Abspaltung von Alcon sowie einer hohen operativen Effizienz ist Novartis gut ins Jahr 2019 gestartet, so dass wir unsere Gewinnprognose für 2019 anheben konnten", sagte er.

Hinzu kommt die Gentherapie Zolgensma zur Behandlung der Muskelkrankheit SMA. Eine Entscheidung über eine Zulassung in den USA erwartet Novartis im Mai. Die Behandlung, die nur einmal nötig ist, könnte Millionen kosten. Sie soll Babys helfen, die an SMA leiden - einer Erbkrankheit, die zu einer fortschreitenden Verkümmerung der Muskeln und zu einem frühen Tod oder zu lebenslanger Behinderung führt. In der Testphase der Therapie war es jedoch zu zwei Todesfällen gekommen. Bei einem hatten die Forscher einen Zusammenhang mit der Behandlung nach Angaben von Novartis bislang nicht ausschließen können. Narasimhan erwartet dennoch nicht, dass dies die Zulassungsentscheidung der US-Gesundheitsbehörde FDA beeinflusst. Gentherapien gelten in der Branche als Hoffnungsträger.

Quelle: n-tv.de, jwu/DJ/rts

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