Wirtschaft

Prognose für Deutschland Ökonomen senken Daumen über Wirtschaft

Die deutsche Industrie schrumpft und bremst inzwischen auch andere Branchen, warnen die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute. In ihrem Herbstgutachten senken sie die Prognose für das Wachstum erneut deutlich.

Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Erwartungen für die Wirtschaftsentwicklung in Deutschland deutlich nach unten korrigiert. In ihrer heute vorgestellten Gemeinschaftsdiagnose prognostizieren die Konjunkturforscher nur noch ein Wachstum von 0,5 Prozent der deutschen Wirtschaftsleistung. Im Frühjahr hatten sie noch 0,9 Prozent vorausgesagt. "Die deutsche Industrie befindet sich in einer Rezession, sagte Claus Michelsen, Leiter der Abteilung Konjunkturpolitik des gastgebenden Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Das schlage inzwischen auch auf Teile des Dienstleistungssektors durch.

Hauptgrund für die immer schwächere Entwicklung in Deutschland ist die Abkühlung der Weltwirtschaft. Die Nachfrage nach deutschen Exportgütern sinke. Zudem bremsten politische Unsicherheit durch den US-chinesischen Handelsstreit, den Brexit und den Wandel der Automobilindustrie. "Dass die Wirtschaft überhaupt noch expandiert, ist vor allem auf die anhaltende Kauflaune der privaten Haushalte zurückzuführen, die von den guten Lohnabschlüssen, Steuererleichterungen und Ausweitungen staatlicher Transfers gestützt wird", sagte Michelsen.  Auch für 2020 senkten die Forscher ihre Prognose von 1,8 Prozent auf nun noch 1,1 Prozent.

Arbeitslosigkeit steigt, staatlicher Überschuss schrumpft

Ein Bauhelm hängt an Fundament-Stangen auf einer Baustelle. Foto: Bodo Schackow/Archivbild

Vor allem die boomende Bauindustrie trägt dazu bei, dass die Arbeitslosigkeit trotz Entlassungen in der Industrie zunächst weiter sinkt.

(Foto: Bodo Schackow/zb/dpa)

Auch auf dem Arbeitsmarkt werde die Entwicklung spürbar sein, heißt es. Zunächst würden zwar weiter mehr Stellen geschaffen als abgebaut. Doch im kommenden Jahr dürfte die Arbeitslosenquote erstmals seit Jahren wieder leicht steigen. Die Institute sind allerdings optimistisch, dass der Anstieg nur gering und vorübergehend sein wird. Deutlich schlägt sich der Abschwung auch in den Staatsfinanzen nieder: Die Überschüsse des Staats sind in diesem Jahr mit voraussichtlich rund 50 Milliarden Euro noch beträchtlich. Allerdings dürften sie bis zum Jahr 2021 auf nur noch vier Milliarden Euro abschmelzen.

Die zweimal jährlich veröffentlichte Gemeinschaftsdiagnose wird erarbeitet vom DIW in Berlin, vom ifo Institut in München, vom Institut für Weltwirtschaft in Kiel, vom Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Halle und vom Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Essen.

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Quelle: n-tv.de, mbo

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