Wirtschaft

Rekordtief an US-Börse Ölpreis stürzt erstmals auf unter null Dollar

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Die Corona-Krise sorgt für einen globalen Konjunktureinbruch, was eine rückläufige Öl-, Benzin- und Dieselnachfrage zur Folge hat.

(Foto: picture alliance/dpa)

Historischer Fall an der US-Börse: Die Corona-Krise lässt den Ölpreis der Marke WTI erstmals ins Negative stürzen. Die US-Sorte hatte damit zeitweise keinen Wert mehr.

Die Folgen der Corona-Krise machen sich am Rohölmarkt immer drastischer bemerkbar - vor allem beim US-Rohöl. Der Preis für einen Kontrakt, der eine physische Öllieferung im Mai vorsieht, notierte erstmals im negativen Bereich je Barrel (159 Liter). Der Kontrakt brach um 173,3 Prozent auf minus 13,40 Dollar ein - der größte Tagesverlust aller Zeiten. Im Tagestief lag der Kontrakt sogar bei minus 15 Dollar. Der ab Dienstag führende Juni-Kontrakt verbilligt sich um 16,5 Prozent auf 20,90 Dollar. Europäisches Öl der Referenz-Sorte Brent ist für 25,84 Dollar je Fass zu haben - ein Abschlag von 8,0 Prozent.

Rohöl (WTI)
Rohöl (WTI) 40,25

Einerseits zeigt dies, wie stark Angebot und Nachfrage derzeit am Ölmarkt auseinanderfallen. Andererseits handelt es sich um ein sehr spezielles Phänomen, bedingt durch den an diesem Dienstag verfallenden Mai-Terminkontrakt auf US-Öl.

Aufgrund einer giftigen Mischung aus einer stark fallenden Nachfrage und einem viel zu hohen Angebot drohen in vielen Ländern die Lagerkapazitäten überschritten zu werden. Ölinvestoren wollen in jedem Fall vermeiden, auf fehlenden Lagerplatz zu stoßen. Der nachfolgende Terminkontrakt auf amerikanisches Leichtöl (WTI) kostete am Montagabend wesentlich mehr als der Mai-Kontrakt.

Gleichzeitig schwache Nachfrage und hohes Angebot

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 41,79

Aufgrund der deutlich höheren Preise für künftige Öllieferungen, nicht nur bei US-Öl, sprachen einige Marktteilnehmer von einem "Super-Contango". Eine solche Marktsituation ist gekennzeichnet durch steigende Ölpreise, je weiter ihre physische Auslieferung in der Zukunft liegt. Dies kann ein Zeichen für eine aktuell besonders schwache Nachfrage oder ein besonders hohes Angebot sein. Gegenwärtig trifft beides zu.

Die grundlegende Lage am Erdölmarkt ist gekennzeichnet durch ein viel zu hohes Angebot bei stark fallender Nachfrage. Die Corona-Krise sorgt für einen globalen Konjunktureinbruch, was eine rückläufige Öl-, Benzin- und Dieselnachfrage zur Folge hat. Zwar haben große Erdölproduzenten wie Russland und Saudi-Arabien unlängst deutliche Förderkürzungen angekündigt. Experten zweifeln jedoch, ob die Reduzierungen ausreichen, um Angebot und Nachfrage in Einklang zu bringen.

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Insbesondere in den USA drohen die Erdöllager, aus allen Nähten zu platzen. Seit Ende Februar sind die Lagerbestände im wichtigen Auslieferungsort Cushing um fast 50 Prozent gestiegen. Infolgedessen fallen in der ölreichen Region Texas die gezahlten Abnahmepreise immer weiter. Mittlerweile geht sogar die Furcht um, dass vereinzelt bald negative Preise bei Rohölabnahme fällig werden, falls die Lagerkapazitäten noch weiter schrumpfen.

Quelle: ntv.de, ibu/dpa/DJ