Wirtschaft

Ukraine-Dialog macht Hoffnung Ölpreise fallen kräftig

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Beim Ölpreis gibt es Entspannung.

(Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress)

Von den mehrjährigen Höchstständen haben sich die Ölpreise inzwischen deutlich entfernt. Eine Ursache dafür: die Hoffnung auf Fortschritte bei den Gesprächen zwischen Russland und der Ukraine. Aber auch Spekulationen über eine sinkende Nachfrage aus China lassen die Ölpreise fallen.

Die Ölpreise haben an diesem Dienstag ihre deutlichen Abschläge vom Vortag ausgeweitet. Am Mittag wurde ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent mit 98,56 US-Dollar gehandelt. Das waren sieben Prozent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass West Texas Intermediate (WTI) fiel um 7,2 Prozent auf 94,75 Dollar.

Rohöl WTI
Rohöl WTI 99,43

Schon am Vortag waren die Ölpreise deutlich gefallen. Von ihren mehrjährigen Höchstständen, die sie im Zuge des Ukraine-Kriegs vor gut einer Woche markiert hatten, haben sich die Preise mittlerweile deutlich entfernt. Ein Fass Brent hatte in der Spitze rund 139 Dollar gekostet, ein Fass WTI war bis zu rund 130 Dollar wert gewesen.

Gründe für den Preisverfall

Im Handel nennt man gleich mehrere Gründe für den rapiden Preisverfall: Zum einen werden Spekulationen über eine sinkende Nachfrage aus China infolge der dortigen Corona-Pandemiewelle und der Maßnahmen gegen neue Corona-Ausbrüche genannt.

Brent Rohöl
Brent Rohöl 102,84

Mit der Industriemetropole Shenzhen wird ein wichtiger Wirtschaftsstandort abgeriegelt. Der scharfe Kurs, auch als "No-Covid-Strategie" bekannt, sieht weitgehende Lockdowns selbst bei kleineren Corona-Ausbrüchen vor. Der Kurs gilt als konjunkturschädlich.

Auch das Atomabkommen mit dem Iran sei trotz des jüngsten Raketenangriffs auf den Irak noch nicht tot, sagt ein Händler. Damit könnte weiteres Angebot auf den Markt kommen. Dazu gesellen sich Berichte, auch aus Venezuela könnte zusätzliches Erdöl an den Markt gelangen - US-Sanktionen könnten fallen. US-Regierungsbeamte bestätigten entsprechende Gespräche.

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Hintergrund der Preisabschläge sind aber auch neue Gespräche zwischen Russland und der Ukraine, die Hoffnungen auf eine Annäherung der Kriegsparteien aufkeimen lassen. Die Gespräche über einen Waffenstillstand ließen den Ölpreis am Montag zeitweise um mehr als acht Prozent auf den niedrigsten Stand seit zwei Wochen fallen.

Von einem Durchbruch kann bisher aber nicht gesprochen werden. Die Gespräche im Online-Format sollen an diesem Dienstag fortgesetzt werden.

Quelle: ntv.de, abe/dpa/rts

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