Wirtschaft

"Kulturwandel" angestrebt Online-Elektronikhändler verkauft bald offline

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Kunden können die Produkte von Notebooksbilliger.de schon jetzt in ein paar Läden kaufen - in München, Düsseldorf, Hannover, Hamburg und Stuttgart .

(Foto: notebooksbilliger.de)

Notebooksbilliger.de kommt mit seinem Online-Geschäft auf eine Milliarde Umsatz im Jahr. Nun will das Unternehmen seine Ware in Filialen verkaufen. Damit könnte der Konzern ein ernsthafter Konkurrent für Saturn und Mediamarkt werden.

Es wirkt wie ein Schritt in die Vergangenheit: Einer der größten deutschen Online-Elektronikhändler will nun auch offline Geschäfte machen. Waren es bislang vorrangig Unternehmen im stationären Handel, die den Sprung in den Online-Handel wagten, plant Notebooksbilliger.de seine Ware nun auch in Hunderten von Filialen zu vertreiben.

Dafür will sich das Unternehmen mit dem Elektro-Fachhandel Medimax unter dem Dach einer Holding zusammenzuschließen. Auf der Webseite von Notesbookbilliger.de ist von einem "Kulturwandel" die Rede. "Online und Offline getrennt zu denken, ist nicht mehr zeitgemäß", heißt es dort.

Das Unternehmen schließt sich damit einem internationalen Trend an, dem sogenannten "Multichanneling". Demzufolge sollen Kunde auf beiden Vertriebswegen - online und offline - erreicht werden. Auch Amazon hatte zu Jahresanfang seinen ersten Lebensmittelmarkt an der US-Westküste eröffnet. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur "Bloomberg" plant der Konzern bis 2021 rund 3000 der kassenlosen Märkte zu eröffnen und baut damit auch erste Vertriebszweige im stationären Handel auf.

"Wenn Unternehmen über ein bestimmtes Wachstum hinausgehen wollen, müssen sie auch offline aktiv sein", sagt Handelsexperte Thomas Roeb n-tv.de. Auch in Bereichen, in denen das Online-Geschäft sehr stark sei, läge es nicht über 20 Prozent des Gesamtmarktes. Roeb warnt aber auch vor den unterschiedlichen Anforderung der Unternehmen im stationären und im Online-Handel: "Ich kenne keinen Online-Händler, der eine große Filialkette erfolgreich im stationären Handel aufgebaut hat."

Notebooksbilliger.de hatte bereits in den vergangenen Jahren eine Handvoll Läden in München, Düsseldorf, Hannover, Hamburg und Stuttgart eröffnet. Durch den Zusammenschluss mit Medimax sollen nun aber in großem Stil Produkte vertrieben werden. Sollte das selbstgesteckte Ziel von einem Umsatz von rund zwei Milliarden Euro erreicht werden, könnte das eine ernsthafte Konkurrenz für die derzeit dominierenden Elektrofachmärkte in Deutschland, Saturn und Mediamarkt, werden.

Mehr als eine Milliarde Umsatz

Notebooksbilliger.de verzeichnet jetzt schon gute Umsätze. Nach Otto, Zalando und Amazon gilt es als eines der umsatzstärksten Online-Unternehmen in Deutschland und rechnet dieses Jahr mit mehr als einer Milliarde Umsatz. 2002 gegründet, startete das Online-Unternehmen mit dem Verkauf von Notebooks. Inzwischen können Kunden auf der Website auch Smartphones, Fernseher und große Haushaltsgeräte wie etwa Waschmaschinen bestellen.

Medimax, mit dem bald der Zusammenschluss erfolgen soll, ist vorrangig im stationären Bereich aktiv mit deutschlandweit rund 120 Märkten. Der Elektronik-Fachhandel gehört zu der Verbundgruppe der Electronic Partner Handel SE mit Sitz in Düsseldorf, die auch Minderheitsaktionär bei Notebooksbilliger.de ist.

Bei der Namensgebung für die neue Holding setzt der Online-Händler auf eine altbewährte Strategie aus dem Internet: Die Community von Medimax und Notebooksbilliger.de sollen über den Namen der Holding entscheiden. Vorher muss aber noch das Kartellamt der Fusion der beiden Unternehmen zustimmen.

Quelle: ntv.de

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