Wirtschaft

Offerte gegen die US-Investoren Österreicher bieten auf Pump für Osram

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Als "sehr gering" erachtet Osram die Wahrscheinlichkeit für eine Übernahme durch die Österreicher.

(Foto: imago images / Schöning)

Der angeschlagene Beleuchtungshersteller Osram steht zum Verkauf. Eigentlich wollen zwei US-Finanzinvestoren zuschlagen. Da legt der vergleichsweise kleine österreichische Sensorhersteller AMS ein höheres Angebot vor - doch das ist auf Pump finanziert und stößt auf wenig Begeisterung bei der Osram-Chefetage.

Um das deutsche Industrieunternehmen Osram ist eine Bieterschlacht entbrannt: Der vergleichsweise kleine österreichische Sensorhersteller AMS will überraschend die zwei US-Finanzinvestoren Bain Capital und Carlyle mit einer auf Pump finanzierten Offerte von 4,2 Milliarden Euro ausstechen. Das wären 800 Millionen Euro mehr als die Amerikaner angeboten haben. AMS habe eine "unverbindliche Interessenbekundung" vorgelegt, wie Osram mitteilte. Die Anleger reagierten erfreut, nicht jedoch die Osram-Chefetage: Die "Transaktionswahrscheinlichkeit" sei "sehr gering". Im nachbörslichen Handel legte die Osram-Aktie dennoch kräftig auf über 35 Euro zu.

Osram Licht AG
Osram Licht AG 40,15

Vorstand und Aufsichtsrat von Osram befürworten das verbindliche US-Angebot von 35 Euro je Aktie, AMS will das nun mit 38,50 Euro übertrumpfen. Osram-Vorstandschef Olaf Berlien und Kollegen machten keinen Hehl aus ihrer Skepsis: In der Mitteilung war von "erheblichen Zweifeln an der Finanzierbarkeit" die Rede. AMS ist in der Schweiz börsennotiert und derzeit etwa 3,1 Milliarden Euro wert, der Umsatz lag 2018 bei 1,4 Milliarden Euro - nicht einmal die Hälfte des Osram-Umsatzes im vergangenen Geschäftsjahr.

Allerdings muss das Münchner Unternehmen nun auch AMS Einblick in die Bücher gewähren. Über ein Interesse des Halbleiterherstellers aus der Steiermark war in der vergangenen Woche bereits spekuliert worden. Ob und inwieweit die Österreicher Geldgeber gefunden haben, ist unklar. Bain Capital und Carlyle wollen ihr Angebot zum größeren Teil selbst bezahlen, die restliche Finanzierung sei gesichert. "Wir kommentieren das nicht", sagte ein Sprecher der Unternehmen zum Vorgehen von AMS.

Österreichischer Hersteller ist Osram-Konkrrent

Anders als die zwei US-Firmen ist AMS jedoch kein Finanzinvestor, der ein Unternehmen in der Hoffnung auf Wertsteigerung übernimmt, um es nach einigen Jahren wieder mit Gewinn abzustoßen. AMS ist ein Industrieunternehmen der Halbleiterbranche, das auf manchen Feldern direkt mit Osram konkurriert. Beide Unternehmen stellen optische Sensoren her.

Osram steht zum Verkauf, weil der Konzern seit eineinhalb Jahren arge Probleme hat. In diesem Jahr könnte der Umsatz um elf bis 14 Prozent sinken. Das Unternehmen produziert hauptsächlich LEDs und Optoelektronik, die wichtigsten Kunden sind Autobauer und Smartphonehersteller. In beiden Branchen läuft es schlecht. Zudem hatte Osram vor Beginn des Abschwungs noch viel Geld ausgegeben, um die Produktionskapazität zu erhöhen. Die US-Finanzhäuser planen, Osram von der Börse zu nehmen. Die Aktionäre sollen bis Anfang September Zeit haben, um das Angebot anzunehmen oder abzulehnen.

Quelle: n-tv.de, aeh/dpa

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