Wirtschaft

Ende eines lukrativen Trends? Outdoor-Branche schwächelt

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(Foto: picture alliance/dpa)

Vor dreißig Jahren gelten Wandern und Bergsteigen eher als Seniorenhobbys. In "Outdoor" umbenannt werden sie zum Massentrend und die Kassen der Industrie klingeln in den letzten Jahren. Doch nun scheint der Markt satt. Mit einer Ausnahme.

Nach dem fulminanten Wachstum der Frischluftsportarten in den vergangenen Jahrzehnten hat die Kauflust der europäischen Kunden an entsprechendem Zubehör nun etwas nachgelassen. Im vergangenen Jahr setzten die Hersteller von Bekleidung und Ausrüstung für Wanderer, Bergsteiger und andere Outdoor-Sportler in Europa 5,8 Milliarden Euro um, ein Prozent weniger als im Vorjahr. Das berichtete der Generalsekretär des Branchenverbands European Outdoor Group (EOG), Arne Strate, bei der Eröffnung der Messe Outdoor in München.

"Der Markt stagniert", sagte Strate. Ein Prozent Minus sei allerdings noch kein Grund, "aus dem Fenster zu springen". Ärgerlich für die Branche ist die Entwicklung dennoch. In den vergangenen zwei Jahrzehnten wuchs der Markt zeitweise so schnell, dass auch ursprünglich branchenfremde Hersteller wie Adidas auf den Geschmack kamen und einstiegen. 

Klettern steht weiter hoch im Kurs

Derzeit richtet sich das Augenmerk der Outdoor-Branche auf die überwiegend Indoor praktizierten Sportarten Klettern und Bouldern. 2018 wurde nach den Daten der European Outdoor Group Kletterausrüstung für 142 Millionen Euro verkauft - die Umsätze waren fast so hoch wie mit Rucksäcken (152 Mio.).

"Klettern hat sich außerordentlich gut entwickelt", sagte Strate. Dass nun auch Hallenklettern zum Outdoor-Bereich zählt, zeigt die allmähliche Ausweitung des Begriffs. Traditionell ging es in der Branche eigentlich nur um die Sportarten, für die der Mensch einen Rucksack braucht, im wesentlichen Wandern und Bergsteigen.

Die zwei großen Sporteinzelhandelsketten Intersport und Sport 2000 gehen jedenfalls nicht von einem bevorstehenden Ende des Trends aus. "Was uns freut, ist, dass die 22- bis 26-jährige Jugendgruppe den Outdoor-Trend bereichert", sagte Intersport-Vorstandsmitglied Mathias Boenke. Intersport will seine Händler dazu motivieren, sich auf bestimmte Warengruppen wie Outdoor oder "Urban Sports" - Laufen und Fitness  zum Beispiel - zu konzentrieren.  Auf der Messe in München präsentieren bis Mittwoch noch gut 1000 Aussteller aus 35 Ländern ihre Produkte.

Quelle: ntv.de, ddi/dpa