Wirtschaft

"Es geht ums Überleben" "Parent"-Programm soll RWE retten

60169875.jpg

Noch gehört RWE zu den großen Playern in der Stromproduktion. Doch ob eine Führungsrolle auch künftig gehalten werden kann, erscheint fraglich.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Versorger tun sich schwer, in der neuen deutschen Energiepolitik anzukommen. Die Investitionen zur Energiewende und das schnelle Abschalten der Atomkraftwerke schlagen sich in den Bilanzen nieder. Nach Eon bereitet nun der nächste Riese mit eindringlichen Worten eine neue Ära vor.

Deutschlands zweitgrößter Energiekonzern RWE will angesichts eingebrochener Gewinne seine Firmenstruktur deutlich straffen. Dazu legt Firmenchef Peter Terium am 10. August bei einer Sondersitzung des Aufsichtsrates ein Umbauprogramm unter dem Stichwort "Parent" vor, hieß es aus Anlegerkreisen. Etwa ein Drittel der rund 100 Töchter und Einheiten sollen dabei gebündelt oder verschmolzen und die Essener Zentrale gestärkt werden.

Nachdem in den letzten Jahren bereits 11.000 Stellen im Konzern abgebaut wurden, ist ein weiterer Arbeitsplatzabbau jedoch nicht geplant. RWE beschäftigte zum Jahresende 2014 noch rund 60.000 Mitarbeiter. Das betriebliche Ergebnis bei RWE hat sich seit 2010, dem Jahr der Fukushima-Katastrophe, von 7,7 Milliarden Euro auf vier Milliarden Euro annähernd halbiert.

Die RWE-Gewinne aus den Kohle- und Gaskraftwerken - wichtiger Ertragsbringer für den ganzen Konzern - rauschen immer mehr in den Keller und werden sich bis 2017/2018 wohl der Nulllinie nähern. "Unabhängig von Länder- und Spartengrenzen: Es geht ums Überleben", sagte der Chef der RWE-Kraftwerkssparte Matthias Hartung bei der jährlichen Pressekonferenz seines Bereichs.

RWE folgt den Schritten des größten Konkurrenten

Der zweitgrößte deutsche Energiekonzern verdient unter dem Strich kaum noch Geld und muss dringend seine Struktur straffen, um sich fit für die Zukunft zu machen. Dazu arbeitet RWE-Chef Peter Terium an letzten Details einer Radikalkur, die er bei einer Aufsichtsratssitzung am 10. August vorstellen will: RWE will Teilgesellschaften bündeln und ihre Zahl deutlich reduzieren, heißt es aus Konzernkreisen.

Kritiker warfen dem Konzern zuletzt vor, die Energiewende zu verschlafen. So liegt man beim Anteil Erneuerbarer Energien in der Stromproduktion weit hinter den Konkurrenten Eon und EnBW. Im Unternehmen macht man hierfür vor allem Strukturprobleme verantwortlich. Terium hat daher drei Wachstumsbereiche identifiziert, die näher an die Firmenzentrale heranrücken sollen: Erneuerbare Energien, Energienetze und den Vertrieb.

Damit reagiert RWE auch auf die noch deutlich radikaleren Strukturveränderungen beim großen Konkurrenten Eon. Eon hatte angekündigt, sich künftig ganz auf Ökostrom, Energienetze und den Vertrieb konzentrieren. Die konventionelle Erzeugung bei den Düsseldorfern wird komplett in die neue Firma Uniper abgetrennt.

Quelle: n-tv.de, dka/dpa

Mehr zum Thema