Wirtschaft

Neues Werkzeug Peking kurbelt die Kreditvergabe an

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Peking bemüht sich, die Banken flüssig zu halten.

(Foto: REUTERS)

Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt stemmt sich gegen eine Abkühlung der Konjunktur. Dazu greift die Zentralbank umfangreich ein. Ziel ist es, die Liquidität der Banken zu verbessern und so das Geldverleihen zu erleichtern.

Die chinesische Zentralbank will mit einem neuen Werkzeug die Banken des Landes mit mehr Liquidität ausstatten. Dazu nutzt die People's Bank of China so genannte Bill Swaps, die nun auch gegen Hybridkapital der Banken getauscht werden können. Das werde die Liquidität der Geldhäuser verbessern, teilte die Notenbank mit. Für mittelfristige Ausleihungen würden nun auch Anleihen ohne Laufzeitbegrenzungen akzeptiert, die mindestens eine Bonität von "AA" aufweisen, hieß es weiter.

Erst diese Woche hatte die staatliche Bank of China angekündigt, eine solche endlose Anleihe zu begeben. Dabei will die viertgrößte Bank des Landes 40 Milliarden Yuan aufnehmen, umgerechnet 5,2 Milliarden Euro. Es ist die erste chinesische Bank, die ein solches Hybridkapital begibt, nachdem die Behörden grünes Licht zur Stärkung der Kapitalpolster der Institute gegeben hatten. Die Geldhäuser in China sind angehalten, angesichts des sich abschwächenden Wachstums mehr Kredite zu vergeben. Dazu brauchen die Institute aber selbst eine stärkere Kapitalposition.

Die chinesische Zentralbank hatte diesen Monat schon die Reserve-Anforderungen der Banken um einen Prozentpunkt reduziert. Am Mittwoch folgte dann die nächste Liquiditätsspritze, die den Banken 257,5 Milliarden Yuan über eine mittelfristigen Kreditfazilität zur Verfügung stellte.

Den nun angekündigten neuen Schritt der Zentralbank bezeichnete Guotai Junan Securities als den Beginn eines Programms zum Ankauf von Vermögenswerten. Volkswirte warnen allerdings, dass die Ausstattung der Banken mit Liquidität nur hilft, wenn diese das Geld auch für die Vergabe neuer Kredite nutzen. Junan Securities geht davon aus, dass die Zentralbank irgendwann auch selbst Staatsanleihen erwerben könnte. Auch eine Zinssenkung gegen Mitte des Jahres erwarten die Analysten.

Chinas Wirtschaft war im vergangenen Jahr so schwach gewachsen wie seit Jahren nicht. Auch für dieses Jahr erwartet Peking keine durchschlagende Erholung und sieht sich daher zu Eingriffen gezwungen. Die Sorge gilt dabei vor allem dem Arbeitsmarkt.

Quelle: n-tv.de, jwu/DJ

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