Wirtschaft

Boeings Problem-Flieger Pilot landet 737 Max mit nur einem Triebwerk

227470569.jpg

Das Problem hatte nichts mit den Problemen zu tun, die zu zwei Abstürzen geführt hatten, hieß es von American Airlines. (Archivbild).

(Foto: picture alliance/dpa/AP)

In den USA gibt es wieder Probleme an einer Boeing 737 Max. Der Pilot schaltet vorsichtshalber ein Triebwerk ab und bringt die Maschine sicher herunter. Der betroffenen Fluggesellschaft zufolge hat das Problem nichts mit den beiden Abstürzen vor zwei Jahren zu tun.

Eine Boeing 737 Max der American Airlines ist nach einer Notfallmeldung wegen eines technischen Problems sicher auf dem Zielflughafen von Newark gelandet. Wie die Fluggesellschaft mitteilte, hatte der Kapitän der Maschine ein Triebwerk wegen möglicher technischer Probleme abgeschaltet. Alle 95 Passagiere und die Besatzung seien wohlauf. Das Unternehmen teilte mit, das mögliche technische Problem sei bei einem Öldruck- oder Lautstärkenanzeiger des Triebwerks aufgetreten.

Es habe nichts mit dem MCAS-System zu tun, das mit zwei tödlichen 737 Max-Abstürzen in den Jahren 2018 und 2019 in Zusammenhang gebracht wurde. Flugzeugbauer Boeing sagte dazu, das Unternehmen sei über den Vorfall informiert. Die Flugsicherheitsbehörde Federal Aviation Administration (FAA) will den Fall untersuchen. Viele Passagiermaschinen sind so konstruiert, dass sie auch mit einem Triebwerk weiterfliegen können.

American Air war die erste US-Fluggesellschaft, die ihre 737 Max Flüge Ende letzten Jahres wieder aufgenommen hatte, nachdem die FAA den Flugbetrieb mit dem Flugzeugtyp wieder zugelassen hatte. Damals hatte FAA-Chef Steve Dickson erklärt, die Maschine sei sicher, aber mechanische Probleme könnten bei allen Flugzeugen auftreten. "Es ist unvermeidlich, dass irgendwann in der Zukunft eine Boeing 737 Max zu ihrem Ausgangsflughafen zurückkehren muss, umgeleitet wird oder am Zielort mit einem tatsächlichen oder vermuteten Problem landen wird."

Das Boeing-Erfolgsmodell 737 Max war im März 2019 nach zwei Abstürzen mit insgesamt 346 Toten in Indonesien und Äthiopien aus dem Verkehr gezogen worden. Als Unglücksursache galten Probleme mit der Steuerung. Die US-Luftfahrtbehörde hatte Mitte November nach Software-Updates und mit Auflagen etwa zum Pilotentraining den Flugbetrieb wieder zugelassen.

In Europa dürfen die Maschinen wieder seit Januar starten, mehr als 22 Monate nach Beginn des Flugverbots. Diesseits des Atlantiks setzt beispielsweise Ryanair, die größte Fluggesellschaft des Kontinents, voll auf das einstmals meistverkaufte Modell von Boeing. Firmenchef Michael O'Leary sprach gar von einem "Gamechanger", weil die Maschine 4 Prozent mehr Passagiere aufnehmen könne, aber 16 Prozent weniger Kerosin verbrauche. Das Unternehmen orderte zuletzt 75 weitere Exemplare des Kurzstreckenjets. Die Lufthansa nutzt vorwiegend Airbus-Flugzeuge und hat keine 737 Max in der Flotte.

Quelle: ntv.de, vpe/rts

ntv.de Dienste
Software
ntv Tipp
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.