Wirtschaft

Deutsch-ukrainische KooperationPistorius und Selenskyj geben Startschuss für Drohnenproduktion

13.02.2026, 15:52 Uhr
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Das deutsch-ukrainische Gemeinschaftsunternehmen soll Drohnen für die Streitkräfte der Ukraine im Krieg gegen Russland produzieren. (Foto: picture alliance/dpa)

Ein neues Rüstungsunternehmen nimmt in Deutschland seine Arbeit für die Ukraine auf. Das Gemeinschaftsprojekt der beiden Länder will bis Ende 2026 tausende Drohnen herstellen. Laut Pistorius bietet die Zusammenarbeit für die Bundesrepublik strategische Vorteile.

Ein erstes gemeinsames deutsch-ukrainisches Rüstungsunternehmen will bis Jahresende mindestens 10.000 Drohnen für die gegen die russische Invasion kämpfenden Streitkräfte der Ukraine liefern. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nahm bei einem Besuch im oberbayerischen Gauting eine frisch produzierte Drohne aus der in Süddeutschland gelegenen Anlage entgegen - die Örtlichkeit soll geheim bleiben. "Wir unterstützen damit die Ukraine in ihrem Kampf", sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius bei der kurzen Zeremonie. "Wir profitieren aber auch selbst." Weitere gemeinsame Rüstungsprojekte von Nato-Ländern mit der Ukraine sollen folgen.

Das neue Unternehmen heißt Quantum Frontline Industries. Der bayerische Hersteller Quantum Systems liefert seit 2022 Aufklärungsdrohnen an die Ukraine, derzeit sind nach Firmenangaben 1500 der unbemannten Kleinflugzeuge im Einsatz. Das Joint Venture fertigt nun in Lizenz die "Linza" genannten Drohnen des ukrainischen Unternehmens Frontline Robotics. Da die Rüstungsindustrie der Ukraine unter den russischen Angriffen leidet, soll die Auslagerung nach Deutschland höhere Produktionszahlen möglich machen.

"Linza" ist keine Waffe, kann aber als solche eingesetzt werden. Die Mehrzweckdrohne kann bis zu zwei Kilogramm schwere Lasten tragen, einschließlich Bomben und Granaten. "Linza" werde bereits in der Ukraine eingesetzt, sagte Pistorius. "Sie ist für Kampfeinsätze geeignet, außerdem zur Aufklärung und zur logistischen Unterstützung."

Im nächsten Jahr soll die Drohnenproduktion ausgeweitet werden. "Nach oben gibt es keine wirklichen Begrenzungen am Ende, außer den Kapazitäten der Firma", sagte Pistorius. Das Vorhaben sei in "Lichtgeschwindigkeit" umgesetzt worden. Der Verteidigungsminister hob hervor, die Kooperation mit der Ukraine sei auch für Deutschland strategisch bedeutsam. Man lerne "von den unfassbar großen Datenmengen und den vielen Erfahrungen, die auf dem Gefechtsfeld in der Ukraine gesammelt werden".

Selenskyj dankte der Bundesregierung für die Unterstützung. "Unsere Leute werden Wissen, Technologie und Ausbildung teilen", sagte der ukrainische Präsident. Europa benötige "eine sehr starke, unabhängige Verteidigungsindustrie". Mit den USA soll es "Partnerschaften" geben, sagte Selenskyj und fügte an: "Aber das ist unser Kontinent. Und jetzt herrscht der größte Landkrieg der vergangenen 80 Jahre. Deshalb denke ich, dass Europa unabhängig sein muss."

Auch bei den weiteren Gemeinschaftsunternehmen spielt die Drohnenproduktion eine große Rolle. So will der Softwarehersteller Auterion - mit Doppelsitz in den USA und München - gemeinsam mit dem ukrainischen Unternehmen Airlogix ebenfalls Tausende "UAV" (Unmanned Aerial Vehicles) produzieren.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa/AFP

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