Wirtschaft

Bis zu 4000 Euro angedacht Pläne für Autokaufprämie werden konkreter

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Die Absatzzahlen der Autohersteller sorgen in der gesamten Branche für Untergangsstimmung.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Autoindustrie leidet unter der Corona-Krise, der Ruf nach staatlicher Unterstützung wird lauter. Eine Kaufprämie soll einem Medienbericht zufolge bereits in Planung sein. Demnach sollen auch klassische Benzin- und Dieselmotoren bezuschusst werden.

Die Bundesregierung plant laut einem Medienbericht eine Kaufprämie für E-Autos, Hybride sowie Verbrenner. Das berichtet das Fachmagazin "Automobilwoche". Fahrzeuge mit Elektro- oder Hybridantrieb würden mit 4000 Euro bezuschusst, bei klassischen Benzin- oder Dieselmotoren könnten 3000 Euro fließen, sofern die Autos bestimmte Verbrauchs- oder CO2-Werte einhielten. Für diese Fahrzeuge sei zudem eine Beteiligung der Hersteller von 50 Prozent Voraussetzung. Der Bundeshaushalt würde entsprechend 1500 Euro aus dem Bundeshaushalt als Zuschuss beisteuern.

Der "Spiegel" hatte zuvor berichtet, dass die Bundesregierung am 2. Juni ihren nächsten Autogipfel abhalten wolle und dann über mögliche Kaufprämien für Autos entscheide. Bislang gebe es keine Einigung, erklärte das Wirtschaftsministerium. Bei dem Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den zuständigen Bundesministern und den Vorstandsvorsitzenden aus der Autoindustrie soll dann der Durchbruch gelingen.

Bislang streiten sich die Ressorts noch über die Ausgestaltung. Auf dem Tisch liegt eine Forderung der Industrie, wonach auch Kaufprämien für Autos fließen sollen, die maximal 140 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer ausstoßen. Dieser Wert liegt weit über dem EU-Flottengrenzwert von 95 Gramm und entspricht in etwa den durchschnittlichen CO2-Emissionen von Autos aus dem Jahre 2012. Die Konzerne argumentieren aber, dass dadurch auch renditestarke Modelle wie die BMW-5er-Serie oder die Mercedes-E-Klasse gefördert werden könnten. Eine solche Absatzhilfe hatte zuvor auch Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer unterstützt. Sie würde aber das Erreichen der Klimaziele für das Jahr 2030 zusätzlich gefährden.

Zuvor hatte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer bereits eine solche Prämie gefordert. "Wir müssen die Kaufprämie ganz einfach und unkompliziert ausgestalten", sagte Kretschmer den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Wir wollen nicht nur Elektrofahrzeuge fördern - sondern die Automobilindustrie stützen, wie sie jetzt existiert und Millionen Menschen Arbeit gibt."

Kretschmer sehe darin eine "Chance, die ganze Wirtschaft nach oben zu reißen". Konkret schlug er vor: "Gefördert wird der Kauf von Neuwagen, die umweltfreundlicher sind als das Auto, das der Käufer dafür abgibt. Auf diese Regel würde ich es aber beschränken." Spielereien seien fehl am Platz. "Wir sind in einer dramatischen Situation."

Die Autoindustrie leidet besonders stark unter der Corona-Krise. Der deutsche Branchenprimus Volkswagen erklärte Anfang Mai, der europaweite Absatz der Marke sei um mehr als 83 Prozent eingebrochen. Damit sei man noch "in einer fast exklusiv guten Lage", sagte Vertriebschef Jürgen Stackmann dazu - in manchen anderen Ländern sei das Minus erheblich größer gewesen.

Quelle: ntv.de, mba/dpa/DJ