Wirtschaft

Razzia wegen Betriebsrats-Boni Porsche-Chef gerät ins Visier der Ermittler

Die Ermittlungen um überhöhte Betriebsratsgehälter erreichen die Konzernspitze von Porsche. Drei Vorstände, darunter Porsche-Chef Blume, sehen sich mit Untreue-Vorwürfen nach einer Razzia in ihren Büros konfrontiert. Der Ex-Betriebsratschef von Porsche soll hohe Boni bezogen haben.

Bei den Ermittlungen bei Porsche richtet die Staatsanwaltschaft ihr Augenmerk Medienberichten zufolge auch auf Vorstandschef Oliver Blume. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittle gegen ihn wegen des Verdachts der Untreue, berichteten die "Stuttgarter Nachrichten" ohne Angaben von Quellen. Blume und weiteren Vorstandsmitgliedern werde vorgeworfen, sich durch überhöhte Zahlungen an ein früheres Betriebsratsmitglied der Untreue zu Lasten von Porsche schuldig gemacht zu haben.

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Porsche SE 55,10

Im Durchsuchungsbeschluss werden laut "Spiegel" neben Vorstandschef Blume auch Finanzchef Lutz Meschke und Personalvorstand Andreas Haffner aufgeführt. Es bestehe der Verdacht der Steuerhinterziehung, der Untreue und einer möglichen Pflichtverletzung, weil bestimmte Missstände bei Porsche nicht korrigiert worden seien, hieß es in dem Bericht weiter.

Die Vorwürfe beziehen sich auf einen Zeitraum bis zurück in das Jahr 2009. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Stuttgart wollte das nicht kommentieren. Porsche erklärte, vor dem Hintergrund der laufenden Ermittlungen äußere man sich nicht.

Razzia bei Porsche: Zu hohe Boni für Betriebsrat?

Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft hatte am Dienstag mit einem Großaufgebot Büros von Porsche durchsucht. Dem Bericht der "Stuttgarter Nachrichten" zufolge gehören zu den durchsuchten Räumen auch das Büro von Porsche-Chef Blume. Die Staatsanwaltschaft bestätigte zuvor, dass der Verdacht bestehe, dass einem ehemaligen Betriebsratsmitglied unverhältnismäßig hohe und damit nicht gerechtfertigte Vergütungen gezahlt worden seien. Sechs dazu Beschuldigte, zum Teil Führungskräfte, könnten sich der Untreue zu Lasten des Unternehmens strafbar gemacht haben.

Nach einem Bericht der "Wirtschaftswoche" geht es um Vergütung des langjährigen Betriebsratschef Uwe Hück, die nach Auffassung der Ermittler unangemessen hoch war. Grundgehalt, Boni und Sachleistungen hätten sich laut "Spiegel" auf einen mittleren sechsstelligen Betrag summiert. Der betroffene Ex-Betriebsrat sei nicht unter den Beschuldigten, teilte die Staatsanwaltschaft mit, ohne allerdings Namen zu nennen.

Quelle: n-tv.de, mau/rts

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