Wirtschaft

US-Notenbankchef unbeirrt Powell: "Trump kann mich nicht feuern"

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Ist sich seines Jobs sicher: US-Notenbankchef Jerome Powell.

(Foto: imago/Xinhua)

Es ist ungewöhnlich, dass die Chefs der US-Notenbank Interviews im Fernsehen geben. Genauso ungewöhnlich ist aber auch die Dauerkritik an ihnen durch den amtierenden Präsidenten. Fed-Chef Powell sieht seinen Job dennoch nicht in Gefahr und erklärt auch, warum.

Seit er Chef der US-Notenbank Fed ist, muss Jerome Powell einiges über sich ergehen lassen: US-Präsident Donald Trump spart nicht mit Kritik an den Zinsentscheidungen der obersten Währungshüter. Seinen Job sieht Powell deshalb allerdings nicht gefährdet.

"Das Gesetz ist klar darin, dass ich eine vierjährige Amtszeit habe. Und ich bin voll entschlossen, diese zu erfüllen", sagte der oberste US-Notenbanker dem US-Sender CBS in einem Interview. Auf die direkte Frage, ob der Präsident ihn feuern könnte, antwortete Powell: "Nein".

Der US-Präsident hat die Leitzinserhöhungen der Fed in den vergangenen Monaten wiederholt scharf kritisiert. Er fürchtet, dass eine zu straffe Geldpolitik der Notenbank die US-Konjunktur abwürgt. Dabei brach Trump mit der Gepflogenheit, dass US-Präsidenten die Fed als unabhängig anerkennen. "Ich denke, die Fed ist verrückt geworden", sagte Trump im Oktober. Nach seinen Äußerungen spekulierten Beobachter, Trump könne Powell entlassen, obwohl er diesen überhaupt erst zum Notenbank-Chef gemacht hatte.

Kein Wort zu Trump-Kritik

Powell wollte sich zu Trumps Beschwerden nicht direkt äußern, da er dies als "nicht angemessen" betrachtet. Etwaige Diskussionen lenkten nur von seiner Aufgabe als Fed-Chef ab. Zudem betonte er erneut, dass bei den Entscheidungen der Fed keine politischen Erwägungen in Betracht gezogen würden.

Gleichzeitig unterstrich Powell seine geldpolitische Haltung. Das Zinsniveau sei "ungefähr neutral", wirke also weder stimulierend noch bremsend auf die Wirtschaft. Dass hochrangige US-Notenbanker überhaupt Fernsehinterviews geben, ist ungewöhnlich.

Trotz der abgekühlten Konjunktur in China und Europa erwartet Powell für die USA ein langsameres, aber gesundes Wirtschaftswachstum. Ein Risiko für eine Rezession bestehe nicht. Allerdings stelle Cyberkriminalität einen großen Unsicherheitsfaktor für die Wirtschaft dar. "Wir verwenden viel Zeit und Ressourcen darauf, die Fed zu schützen", sagte der Notenbank-Chef.

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Quelle: n-tv.de, kst/rts/DJ

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