Wirtschaft

Fed-Chef beäugt China-Streit Powell bekräftigt weitere Zinsschritte

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Am Markt vorbeigesprochen: Powells Chicago-Rede wurde an den US-Börsen aufmerksam verfolgt.

(Foto: AP)

In den USA müssen sich Banken, Sparer und Unternehmen auf weiter steigende Zinsen einstellen: Fed-Chef Powell will die Inflation über die Zinsschraube in den Griff bekommen. Auf den drohenden Handelskrieg mit China geht er in seiner Rede nicht näher ein.

US-Notenbankchef Jerome Powell hat weitere Zinserhöhungen angedeutet, um die Inflation in den USA unter Kontrolle zu halten. Auf dem Arbeitsmarkt scheine Vollbeschäftigung nahezu erreicht und die Inflation werde sich voraussichtlich in den kommenden Monaten in Richtung der Zielmarke von zwei Prozent bewegen, sagte Powell in einer Rede beim Chicagoer Wirtschaftsclub.

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"So lange sich die Wirtschaft weitgehend auf ihrem aktuellen Pfad voranbewegt, werden weitere graduelle Anhebungen der Leitzinsen diese Ziele am besten befördern", erklärte der oberste US-Notenbanker.

Auf den sich verschärfenden Handelsstreit der USA mit China ging der Währungshüter in seiner Rede nicht näher ein. Powell zufolge hielten sich Risiken und Chancen für die Konjunkturaussichten derzeit ungefähr die Waage. Wie sich der eskalierende Handelskonflikt mit China auf die US-Konjunktur auswirken werde, lasse sich noch nicht abschätzen, erklärte er.

Kursrutsch an der Wall Street

Die Federal Reserve hatte zuletzt im März ihren Leitzins um einen Viertelpunkt auf die neue Spanne von 1,50 bis 1,75 Prozent angehoben. Zugleich signalisierten die Geldpolitiker damals, dass sie den Leitsatz dieses Jahr noch zwei Mal anheben wollen.

Während Powell seine mit Spannung erwartete Rede in Chicago hielt, gerieten die Kurse an der New Yorker Wall Street immer stärker unter Druck. Händler verwiesen auf die neu aufflammenden Sorgen vor einer Eskalation im Handelsstreit mit China. Dass Powell diese potenziell konjunkturgefährdende Entwicklung nur am Rande erwähnte, löste zusätzliche Verunsicherung aus.

Am Abend veröffentliche Konjunkturdaten konnten nichts zur Stimmungsaufhellung an den Märkten beitragen. In den Vereinigten Staaten ist das Volumen der Verbraucherkredite im Februar nicht so deutlich gestiegen wie von Experten erwartet. Im Vergleich zum Vormonat habe die Kreditvergabe um 10,60 Milliarden US-Dollar zugelegt, teilte die US-Notenbank in Washington mit.

Das ist der schwächste Zuwachs seit fünf Monaten. Volkswirte hatten im Schnitt mit einem Anstieg um 15,50 Milliarden Dollar gerechnet. Im Vormonat war das Kreditvolumen um revidierte 15,6 (zuvor 13,9) Milliarden Dollar gestiegen.

Quelle: n-tv.de, mmo/rts

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