Wirtschaft

Rostock, Darmstadt, Hamm vornePreise für Bauland in Deutschland explodieren

13.04.2026, 00:22 Uhr
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Boden als Luxusgut: Neubaugebiet in Essen. (Foto: picture alliance / Rupert Oberhäuser)

Schlechte Nachrichten für Bauherren: Die Bodenpreise in vielen deutschen Städten haben im Laufe der letzten zehn Jahre teils um den Faktor zehn zugelegt. Baugrundstücke für Mehrfamilienhäuser verteuerten sich besonders in Rostock, Darmstadt und Hamm.

Die Preise für Bauland sind in Deutschland in den vergangenen rund zehn Jahren stark gestiegen - in der Spitze fast um das Zehnfache. Besonders deutlich war der Anstieg in Rostock (Mecklenburg-Vorpommern), Darmstadt (Hessen) und Hamm (Nordrhein-Westfalen). Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken-Politikerin Caren Lay hervor, die dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) vorliegt. Dabei wird aufgeschlüsselt, in welchen kreisfreien Städten der Anstieg der Baulandpreise zwischen 2015 und 2024 am höchsten war.

Betrachtet man den Anstieg der Baulandpreise für Mehrfamilienhäuser in mittlerer Lage, ist Rostock Spitzenreiter. In der Hansestadt stieg der Kaufpreis für Wohnbauplätze um 805 Prozent. Auf dem zweiten Platz folgt Darmstadt, wo der Preis um 167 Prozent nach oben ging. In Hamm stiegen die Baulandpreise für Mehrfamilienhäuser um 159 Prozent. Zu den weiteren Städten mit dem größten Preisanstieg bei Mehrfamilienhaus-Bauland gehören auch die Metropolen Frankfurt am Main und Berlin.

Entwicklung der Quadratmeter-Preise für Bauland laut Bundesbauministerium von 2015 bis 2024:

  • Rostock: Von 60 Euro auf 543 Euro

  • Darmstadt: Von 450 Euro auf 1200 Euro

  • Hamm: Von 135 Euro auf 350 Euro

  • Freiburg: Von 470 Euro auf 1172 Euro

  • Frankfurt am Main: Von 805 Euro auf 1900 Euro

  • Berlin: Von 470 Euro auf 1100 Euro

  • Erlangen: Von 450 Euro auf 1040 Euro

  • Rosenheim: Von 600 Euro auf 1350 Euro

  • Emden: Von 85 auf 185 Euro

  • Brandenburg an der Havel: Von 80 Euro auf 200 Euro

  • Kaufbeuren: Von 170 Euro auf 370 Euro

Auch bei Eigenheimen Darmstadt vorn

Bei der Bauland-Preisentwicklung für Eigenheime liegt Darmstadt vorn (ein Anstieg um 167 Prozent). Eine ähnliche Entwicklung gab es in Fürth (160 Prozent) und Chemnitz (155 Prozent). Zu den sieben weiteren Städten mit hohen Anstiegen zählen Berlin, Jena, Freiburg, Braunschweig, Mainz, Rosenheim und Kaufbeuren.

Die Linken-Politikerin Lay forderte Maßnahmen gegen Spekulation. "Der Spekulation mit Boden muss der Riegel vorgeschoben werden, denn wir brauchen mehr bezahlbare Wohnungen", sagte die wohnungspolitische Sprecherin der Linksfraktion dem RND. "Die Explosion der Bodenpreise ist unsozial und gefährlich: Diejenigen, die viel Grund und Boden besitzen, werden durch Abwarten reicher." Sie schlug unter anderem vor, sich an Wien zu orientieren: "Kommunen müssen die Möglichkeit erhalten, Grundstückspreise, die für den sozialen Wohnungsbau vorgesehen sind, zu deckeln", forderte sie.

Quelle: ntv.de, mau

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