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Immer weniger Kunden-Rabatte Preisschlacht der Autohändler geht zu Ende

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Auf große Rabattaktionen im Vorfeld der IAA haben Autokäufer dieses Jahr vergeblich gehofft.

(Foto: picture alliance/dpa)

Wer ein neues Auto kaufen möchte, kann nicht mehr auf die großen Preisnachlässe hoffen, die er noch vor einigen Jahren erhalten hätte. Eine Studie zeigt, dass die Zeit der großen Rabattaktionen ein Ende haben könnte.

Der aktuelle CAR Rabatt Index der Universität Duisburg-Essen zeigt, dass die durch den Sommer bedingte Rabatt-Flaute nicht - wie üblich - durch die Internationale Automobilausstellung (IAA) beendet wird. In diesem Jahr bleibt der IAA-Effekt, wie er von den Machern der Studie genannt wird, wohl aus. Das bedeutet, dass es dieses Jahr keine starken Preisnachlässe auf Auslaufmodelle gibt, deren Nachfolger aktuell auf der Automesse präsentiert werden.

Dass Kunden in naher Zukunft aber nur noch mit Festpreisen für Autos rechnen müssen, befürchtet Wissenschaftler Karsten Neuberger nicht. "Da müsste man weg von dem bisherigen System, bei dem jeder Autohändler seine eigenen Preise und Rabatte kalkuliert", sagt der Co-Autor der Studie n-tv.de. Generell gehe der Trend weg vom Autokauf und hin zu Leasing oder Miete, bei denen der Preis sich aus der jeweiligen Nutzung ergibt. Eine richtige Alternative sei das aber noch nicht. Denn die monatlichen Kosten für die Endverbraucher seien bislang immer noch zu hoch.

Auch die Zulassungen von Pkw durch Autohändler sind laut der Studie seit mehreren Jahren auf dem Rückzug. Während 2015 rund 30 Prozent verkauft wurden, waren es in den ersten vier Monaten dieses Jahres nur noch knapp 27 Prozent. Eigenzulassungen sind ein Trick der Autohäuser: Sie beantragen Zulassungen für noch nicht verkaufte Neuwagen, werten damit die Zulassungsstatistiken des Kraftfahrt-Bundesamtes auf und gewinnen so Marktanteile. Kunden werden im Gegenzug mit hohen Rabatten für solche bereits zugelassenen Pkw gelockt. "Aus Kundensicht ist das vielleicht interessant. Aber aus Herstellersicht kann es nicht das Ziel sein, quasi sein eigener Kunde zu werden", sagt Neuberger.

Wende für den Automarkt ab 2020

Aus Sicht von Ferdinand Dudenhöffer, Direktor des CAR-Instituts der Universität Duisburg-Essen, befindet sich das weltweite Autogeschäft in der Rezession. Das könnte einer der Gründe für die Krise der IAA sein. Prognosen zeigen, dass sich der globale Pkw-Markt in einer Absatzkrise befindet, die laut Dudenhöffer frühestens 2020 überwunden sein könnte. Die Entwicklungen spiegeln sich aktuell in Frankfurt wider: Insgesamt sind 30 etablierte Automarken in diesem Jahr nicht mehr auf der wichtigsten deutschen Automesse vertreten. So viele Absagen gab es im Vorfeld der Veranstaltung noch nie.

Das Konzept einer klassischen Automesse scheint ausgedient zu haben. "Vermutlich geht der Trend dahin, dass man die IAA nicht mehr nutzt, um Neues zu präsentieren", sagt Neuberger. Stattdessen vermutet er, dass sich Events nach dem Tesla-Prinzip etablieren werden: Neue Automodelle werden dann direkt vom Hersteller angepriesen wie neue iPhones von Apple-CEO Tim Cook. Das sei kostengünstiger und sorge für viel mehr Aufmerksamkeit für den einzelnen Autohersteller.

Quelle: n-tv.de

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