Wirtschaft

Aktienkurs schnellt wieder hoch ProSiebenSat.1-Chef muss Posten räumen

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Max Conze war ein Neuling im Mediengeschäft. Nun muss er ProSiebenSat.1 wieder verlassen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Um seine "Vorstands-Soap-Opera" zu beenden und der andauernden Krise zu entkommen, trennt sich ProSiebenSat.1 mit sofortiger Wirkung von Vorstandschef Max Conze. Der Medienkonzern will sich künftig stärker auf den Unterhaltungsbereich ausrichten.

Der Medienkonzern ProSiebenSat.1 richtet seine Strategie stärker auf den Bereich Unterhaltung aus und baut nach Querelen im Führungsteam den Vorstand um. Vorstandsvorsitzender Max Conze wird das Unternehmen mit sofortiger Wirkung verlassen, wie der Konzern mit Sitz in Unterföhring bei München am späten Donnerstagabend mitteilte. Damit hört er nach nicht einmal zwei Jahren an der Spitze auf - im Juni 2018 hatte der frühere Chef des Staubsaugerherstellers Dyson bei ProSiebenSat.1 begonnen.

Im Mediengeschäft war Conze (Jahrgang 1969) ein Neuling. Unstimmigkeiten in der Führungsetage des Konzerns mit rund 7250 Mitarbeitern waren jüngst immer sichtbarer geworden. Kürzlich hieß es, dass der stellvertretende Vorstandschef Conrad Albert, der seit vielen Jahren im Unternehmen war, am 30. April "im gegenseitigen Einvernehmen" geht. Er hatte zuvor in einem Interview der "Süddeutschen Zeitung" mit Blick auf die Führungsquerelen von einer "Vorstands-Soap-Opera" gesprochen.

Privatsender haben zu kämpfen

Finanzvorstand Rainer Beaujean übernimmt nun zusätzlich das Amt des Vorstandssprechers, wie es weiter hieß. Neu im Vorstand sind ab sofort die ProSiebenSat.1-Manager Christine Scheffler (Personal) und Wolfgang Link (Entertainment). Am Freitag gab es Rückenwind für die Aktien, die schon länger mit Kursverlusten kämpfen. Kurz nach Handelsstart legten sie um rund acht Prozent zu. Der Umbau der Führungsetage fällt wegen der Coronavirus-Krise zugleich in eine angespannte Zeit. Ohnehin muss sich ProSiebenSat.1 mit 15 Free- und Pay-TV Sendern schon lange in einem sich stark wandelnden TV-Markt-Umfeld behaupten.

Der Medienkonzern aus Unterföhring, der etwa durch Show-Formate wie "Germany's Next Topmodel" und "The Masked Singer" bekannt ist, verstärkt künftig das operative Geschäft im Entertainment-Bereich in der Region Deutschland, Österreich und Schweiz. Schwerpunkt sollen lokale Formate und Live-Inhalte sein. Enge Kooperationen soll es mit der eigenen Produktionsfirma Red Arrow Studios, die auch Serien und Filme mit Fokus Entertainment für andere Unternehmen herstellt, geben, wie es weiter hieß.

Der Medienkonzern, an dem auch der von Silvio Berlusconi kontrollierte italienische Wettbewerber Mediaset als Großaktionär Anteile hält, setzt auf mehr digitale Reichweite seiner Streaming-Plattform Joyn. Der Geschäftsbereich der NuCom-Gruppe (E-Commerce) werde eine wichtige Säule des Konzerns bleiben. Zugleich hieß es: "Die bestehenden Beteiligungen, die von Werbung auf den Entertainment-Plattformen profitieren, werden werthaltig weiterentwickelt und im Zuge einer aktiven Portfoliopolitik zu gegebener Zeit veräußert."

Quelle: ntv.de, lri/dpa

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