Wirtschaft

Neue Hoffnung für Alt-Anleger Prokon macht als Genossenschaft weiter

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Hoffnung für Alt-Anleger: Die Vorstände Henning von Stechow und Heiko Wuttke, sowie Aufsichtsratsvoritzender Udo Wittler, die Interimsvorsitzenden Kai Peppmeier und Andreas Knaup, sowie Prokon-Sprecher Asmus Schütt (v.l.) bei der Pressekonferenz.

(Foto: dpa)

Comeback im Zeichen der Energiewende: Nach der Aufsehen erregenden Pleite kehrt Prokon in neuer Rechtsform zurück ins Licht der Öffentlichkeit. Das Unternehmen aus Itzehoe erfindet sich als Genossenschaft neu.

Zwei Jahre nach der Insolvenz wirbt der Energieanbieter Prokon als Genossenschaft um neues Vertrauen. In den fünf Monaten von August bis Dezember des vergangenen Jahres habe die Genossenschaft in Deutschland knapp 39 Millionen Euro umgesetzt und einen Vorsteuergewinn von 1,6 Millionen Euro erzielt, teilte Prokon mit.

Für das laufende Jahr erwartet die Genossenschaft mit Sitz in Itzehoe einen Umsatz von 105 bis 115 Millionen Euro und ein positives Vorsteuerergebnis. Prokon firmiert offiziell als "Prokon Regenerative Energie eG". Die neue Prokon ist in drei Geschäftsfeldern tätig: Im Betrieb bestehender Anlagen, in der Projektierung neuer Windparks sowie im Stromhandel.

Rund 75.000 Anleger hatten 1,4 Milliarden Euro in Prokon investiert. Sie haben rund 40 Prozent ihrer investierten Mittel verloren, können aber auf künftige Ausschüttungen der Genossenschaft hoffen. Aktuell zählt Prokon 38.000 Mitglieder, betreibt 55 kleinere Windparks mit 328 Windkraftwerken und beliefert rund 34.000 Endkunden mit Strom.

Verkauf oder Umwandlung

Im vergangenen Sommer hatten die Prokon-Gläubiger die Wahl, ob die Überreste des Unternehmens verkauft oder in eine Genossenschaft umgewandelt werden sollen. Der Energieversorger EnBW soll zwischenzeitlich 550 Millionen Euro für die Prokon-Windparks geboten haben.

Die Gläubiger entschieden sich letztlich gegen den Verkauf, mussten dafür aber eine höhere Summe als Eigenkapital in das Genossenschaftsmodell einbringen. Ende Juli hatte das Amtsgericht Itzehoe Prokon aus dem Insolvenzverfahren entlassen und damit ein unrühmliches Kapitel einer der spektakulärsten Firmenpleiten abgeschlossen.

Quelle: n-tv.de, mmo/dpa

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