Wirtschaft

Start: Sydney - Landung: Sydney Qantas bietet "Flüge ins Nirgendwo" an

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Qantas will in der Krise Tausende Stellen streichen.

(Foto: REUTERS)

Für Fluglinien bringt die Corona-Pandemie die wohl schlimmste Krise der Branche mit sich: Passagiere wollen nicht fliegen, ohnehin ist die Wahl der Flugziele stark eingeschränkt. Die australische Airline Qantas macht aus der Not eine Tugend.

Die australische Fluggesellschaft Qantas sucht in der Corona-Krise nach neuen Geschäftsmodellen. Ab kommendem Monat werde ein siebenstündiger Rundflug über Australien angeboten, der in Sydney starten und landen soll, teilte das Unternehmen mit. So wie es Unternehmenspolitik sei, würden Mitreisenden ein Mund-Nasenschutz und Desinfektionsmittel für die Hände gestellt. Herumlaufen in der Kabine sei nicht gestattet.

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Reisenden soll damit ein touristischer Flug über Sehenswürdigkeiten des fünften Kontinents geboten werden. Mit einer Boeing 787, die normalerweise für internationale Langstreckenflüge eingesetzt werde, gehe es auf niedriger Flughöhe von Sydney aus entlang der Küste von New South Wales nach Brisbane, über Uluru und das Great Barrier Reef zurück über den Hafen von Sydney.

Die "Flüge ins Nirgendwo" sollen in der Region Asien-Pazifik die Nachfrage ankurbeln, denn die Fluggesellschaften gehören mit zu den großen Verlierern der Corona-Krise: Einreisebeschränkungen, Quarantäne-Maßnahmen und wechselnde Risikogebiete haben nach Angaben der Vereinigung der Asia Pacific Airlines zu einem Einbruch der internationalen Reisen in der Region um 97,5 Prozent geführt.

8500 Stellen sollen gestrichen werden

Der CEO von Qantas, Alan Joyce, hofft, dass Vielflieger das Angebot wahrnehmen. Er glaube, viele Menschen, die häufig im Flugzeug unterwegs gewesen sind, vermissten das Fliegen ebenso sehr wie die Ziele, die nun nicht mehr erreicht werden können. Dem Qantas-Beispiel folgen andere Airlines: Auch die taiwanesische EVA Airways und Japans ANA bieten vergleichbare regionale Rundflüge an, um die Beschäftigung zu sichern und die Lizenzen ihrer Piloten auf dem neuesten Stand zu halten.

In den Sommermonaten hat Qantas den Abbau vieler Stellen angekündigt. Insgesamt sollen 8500 Stellen gestrichen werden. Mehr als die Hälfte der verbleibenden 23.000 Mitarbeiter wurden monatelang beurlaubt. Über einen Zeitraum von drei Jahren sollen so neun Milliarden Euro eingespart werden.

Quelle: ntv.de, jog/rts