Wirtschaft

Vor möglichem Deal mit Eon RWE verzeichnet deutliche Gewinnzuwächse

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RWE will sich stark umstrukturieren - bisher läuft es aber auch so ganz gut.

(Foto: picture alliance/dpa)

Bisher ist es ein gutes Jahr für den Energieversorger RWE: Die Gewinne übertreffen die Erwartungen, die Prognosen können bekräftigt werden. Doch es bleibt spannend. Im September stehen wichtige Entscheidungen an. Sie werden die Zukunft des Konzerns maßgeblich beeinflussen.

Wegen außerordentlicher Zuwächse beim Energiehandel hat der Energieversorger RWE seinen Gewinn im ersten Halbjahr deutlich gesteigert und setzte sich dank dieser Zahlen zwischenzeitlich an die DAX-Spitze. Das Essener Unternehmen, das vor einem grundlegenden Umbau seiner Geschäftsfelder steht, bekräftigte angesichts der guten Zahlen sowohl seinen Ausblick als auch sein Dividendenversprechen für 2019. Der Konzern erwartet, dass der Verkauf der Netze an Eon und die gleichzeitige Übernahme der Eneuerbaren Energien wie geplant im September stattfinden könne.

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Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) zwischen Januar und Juni stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 20 Prozent auf 1,372 Milliarden Euro. In einem von RWE veröffentlichten Dokument hatten Analysten im Schnitt mit 16 Millionen weniger gerechnet. Das bereinigte Nettoergebnis wuchs um über 30 Prozent auf 914 Millionen Euro. Diese sogenannten "Standalone"-Zahlen beziehen sich jeweils auf die Geschäfte ohne die Ökostromtochter Innogy, die RWE an Eon verkaufen will.

"Das operativ starke Ergebnis gibt uns Rückenwind für die nächsten Monate", sagte der RWE-Vorstandsvorsitzende Rolf Martin Schmitz. "Die werden zu den spannendsten Momenten unserer Unternehmensgeschichte gehören." Denn der Konzern werde bald eine "neue RWE" sein, so Schmitz, "international und mit einem klaren Fokus auf Erneuerbaren Energien und Speicher".

Verbesserte Prognose für 2019 bestätigt

Im Energiehandel legte RWE ein EBITDA von 434 Millionen Euro vor, im Vorjahreszeitraum waren es noch 101 Millionen Euro. Grund seien vor allem hohe Ergebnisse im Geschäft mit Gas, sowie entfallene Belastungen vom Vorjahr. Die europäische Stromerzeugung hingegen war 2019 bisher ein Verlustbringer. Die Geschäfte mit Braunkohle und Atom blieben auf niedrigem Niveau stabil.

Aufgrund der guten Zahlen bestätigte RWE auch seine angepasste Prognose fürs Gesamtjahr, die der Konzern erst Ende Juli nach oben korrigiert hatte. Demnach plant der Vorstand nun mit einem bereinigten Standalone-Ergebnis (EBITDA) von 1,4 bis 1,7 Milliarden Euro. Das Nettoergebnis für 2019 soll zwischen 500 bis 800 Millionen Euro liegen - je rund 200 Millionen Euro mehr als zuvor erwartet. Das Unternehmen strebt weiterhin eine 10 Cent höhere Dividende von 0,80 Euro an.

Der September wird spannend für RWE

RWE wartet nicht nur mit Spannung auf die Ergebnisse des Klimakabinetts am 20. September und das angekündigte Kohleausstiegsgesetz. Bis zu jenem Tag soll die EU-Kommission auch über den Innogy-Verkauf entscheiden. Die Wettbewerbshüter hatten RWE bereits grünes Licht gegeben, prüfen aber noch die Marktmacht von Eon. RWE würde durch den Deal zu einem der größten Stromproduzenten Europas, Eon zu einem der größten Vertreiber.

Bei der Transaktion würde RWE das Netzgeschäft und den Vertrieb der Tochter Innogy an Eon abgeben und zusätzlich 1,5 Milliarden Euro überweisen. RWE würde im Gegenzug die Ökostromproduktion übernehmen und sich eine 16,7-prozentige Minderheitsbeteiligung an dem langjährigen Konkurrenten Eon sichern. "Der Rahmen für die künftige RWE Renewables ist definiert", sagte Konzernchef Schmitz dazu, "wir haben die Führungsmannschaft benannt und die Integration im Rahmen der kartellrechtlichen Möglichkeiten ist vorbereitet".

Quelle: n-tv.de, lwe/DJ

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