Wirtschaft
Häuser zu verkaufen, renovierungsbedürftig.
Häuser zu verkaufen, renovierungsbedürftig.(Foto: © ville-roubaix.fr)
Mittwoch, 14. März 2018

Hauskauf für 1 Euro: Roubaix lockt neue Einwohner an

Premiere in Frankreich: Eine Stadt im Norden des Landes geht mit einem ungewöhnlichen Ansatz gegen den Bevölkerungsschwund und die drohende Verödung vor. Der Bürgermeister von Roubaix bietet komplette Wohnhäuser für den symbolischen Kaufpreis von einem Euro an.

Im Kampf gegen den maroden Zustand von Stadtvierteln und gegen Immobilienleerstand will die nordfranzösische Industriestadt Roubaix Häuser für einen Euro verkaufen. Allerdings müssen sich die Käufer verpflichten, ihre neue Unterkunft rasch zu renovieren und dann auch tatsächlich zu bewohnen.

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Wie die Stadt mit knapp 100.000 Einwohnern in der Region Lille unweit der belgischen Grenze mitteilte, soll die Aktion "Maison à 1 Euro avec Travaux" am 21. März anlaufen. Offen blieb zunächst, wie viele Häuser für den symbolischen Preis angeboten werden sollen. Das Verkaufsprogramm wird von Experten genau verfolgt: Eine begleitende Studie soll den Erfolg der Aktion dokumentieren. Sollte sich der Pilotversuch in Roubaix als Erfolg erweisen, dürften weitere französische Gemeinden den ungewöhnlichen Ansatz zur Belebung der Innenstädte übernehmen.

Neu ist die Idee nicht: Um die drohende Verödung in den Innenstädten strukturschwacher Regionen aufzuhalten, haben sich bereits andere Kommunen zu ähnlichen Anreizen entschlossen. Jenseits des Ärmelkanals etwa bemühte sich die Stadt Liverpool im Nordwesten Englands um den Zuzug interessierter Investoren.

Dort bot die Stadtverwaltung bereits vor fünf Jahren über 120 renovierungsbedürftige Häuser zum Kauf an. Der symbolische Kaufpreis lag bei einem Pfund. Britischen Medienberichten zufolge war die Aktion ein voller Erfolg. Der außergewöhnlich niedrige Kaufpreis habe vor allem junge Kreative angelockt, heißt es. In mehrjähriger Eigenleistung hätten die neuen Eigentümern durch die Renovierung erhebliche Wertsteigerungen erzielt. Ganze Straßenzüge, die einst kurz vor dem Verfall und einem Totalabriss standen, hätten sich durch die Aktion zu beliebten Wohnvierteln entwickelt.

Insgesamt hätten sich mehr als 2500 Bewerber an der 2013 gestarteten Verkaufsaktion "Homes for a Pound" beteiligt, teilte die Stadtverwaltung von Liverpool mit. Mit diesen und anderen Maßnahmen wollen die britischen Stadtplaner bis zu 6000 leerstehende Häuser im Stadtgebiet mit neuem Leben füllen. Neue Bewerber nimmt Liverpool derzeit allerdings nicht an. Aufgrund der starken Nachfrage seien die Wartelisten voll, hieß es.

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Quelle: n-tv.de