Wirtschaft

Skandal-Autor Schabirosky Rufmord-Enthüllung "ist wie eine Befreiung"

1296628.jpg

"Ich wollte einfach reinen Tisch machen", begründet Schabirosky seine spektakuläre Selbstbezichtigung.

Was Stefan Schabirosky in seinem Buch "Mein Auftrag: Rufmord" enthüllt, klingt unglaublich: Im Auftrag eines Konkurrenten will er den Ruf von Carsten Maschmeyer und dessen AWD zerstört haben. Warum er sich öffentlich selbst beschuldigt, schildert er bei n-tv.

Im Interview bei n-tv hat Skandal-Autor Stefan Schabirosky die Enthüllung seiner jahrelangen Schmutzkampagne gegen Unternehmer Carsten Maschmeyer als "Befreiung" bezeichnet. Der ehemalige Mitarbeiter von Maschmeyers früherem Finanzvertrieb AWD behauptet in seinem Buch "Mein Auftrag: Rufmord", dass er jahrelang im Auftrag der Konkurrenz den Ruf seines Ex-Arbeitgebers und dessen Eigentümers zerstört habe. In einem exklusiven TV-Interview in der Telebörse bei n-tv erklärte der heute 46-Jährige, was ihn zu einer öffentlichen Beichte bewogen habe.

Wenn man jeden Tag in den Medien mit den Folgen seines Handelns konfrontiert werde, "dann frisst einen das von innen langsam auf", sagt Schabirosky. "Ich wollte einfach reinen Tisch machen und der Öffentlichkeit zeigen, wie die Geschichte tatsächlich gelaufen ist."

Seiner eigenen Darstellung zufolge, hatte Schabirosky 2003 nach zehn Jahren seinen Job beim AWD wegen einer unglücklichen Büroliebe verloren. Daraufhin wandte er sich demzufolge an den konkurrierenden Finanzvertrieb DVAG und bot an, Maschmeyer und den AWD durch eine Rufmordkampagne mit größtenteils erfundenen Vorwürfen zu schädigen. Viele der negativen Berichte über das Unternehmen seinen auf seine teils gefälschten Informationen zurückzuführen, behauptet Schabirosky in seinem Buch. Schließlich überwarf sich der Überläufer aber auch mit seinem neuen Arbeitgeber, der ihm eine angeblich zugesicherte Millionenprämie nicht zahlen wollte.

Sowohl die DVAG als auch die von Schabirosky genannten Medien weisen dessen Darstellung allerdings entschieden zurück. Laut DVAG sollte Schabirosky dort als Berater Marktanalysen erstellen. Die Zusammenarbeit sei beendet worden, sobald klar wurde, dass er einen persönlichen Rachefeldzug gegen den AWD führte. Negative Medienberichterstattung, Klagen von Anlegern und Warnungen vor vom AWD vertriebenen Finanzprodukten gab es auch bereits vor Schabiroskys Rauswurf und dem Beginn seiner Rufmordkamagne.

Maschmeyer gab "Hilfestellung"

Zweifel an seiner Darstellung wies Schabirosky gegenüber n-tv allerdings zurück. Das Bewusstsein, Maschmeyer und dessen Unternehmen zu Unrecht großen Schaden zugeführt zu haben, habe auf ihm gelastet. "Meine Familie und Freunde wussten das alles gar nicht". Mit seiner öffentlichen Beichte sei diese Last von ihm abgefallen: "Es ist eine Befreiung", so Schabirosky.

Der nun zweifache Überläufer, der zunächst jahrelang den AWD und nun seinen nächsten Arbeitgeber DVAG mit schweren Vorwürfen überzieht, wies auch den Verdacht zurück, Maschmeyer sei am Entstehen des Enthüllungsbuches beteiligt gewesen. "Herr Maschmeyer hat keinen Einfluss darauf gehabt, das war für die Verleger sehr wichtig", sagte Schabirosky, wobei er allerdings einschränkte, dass der Unternehmer "eine Hilfestellung" im Bezug auf im Buch geschilderte Abläufe beim AWD gegeben habe.

Im Buch und gegenüber verschiedenen Medien schildert Schabirosky nicht nur das oft als "Drückerkolonnen" beschriebene Vertriebssystem des AWD als ausschließlich auf das Kundeninteresse ausgerichtet, sondern behauptet die Finanzvertriebsbranche sei insgesamt völlig zu unrecht in Verruf geraten. "Ich glaube jeder hat Finanzverträge und 99 Prozent aller Menschen dort werden gut beraten", sagte Schabirosky bei n-tv.

Das ganze Interview mit Stefan Schabirosky ist am 16. August in der Telebörse zu sehen.

Quelle: n-tv.de, mbo

Mehr zum Thema