Rund 57.000 Passagiere betroffenHauptstadtflughafen BER stellt wegen Warnstreiks am Mittwoch Betrieb ein

Mitte der Woche bleiben alle Flugzeuge am BER in Berlin am Boden. Verdi bestreikt den Flughafen. Aus Sicht der Gewerkschaft ist das Tarifangebot der Arbeitgeberseite eine "Provokation am Verhandlungstisch".
Infolge eines Warnstreiks stellen die Betreiber des Hauptstadtflughafens BER den Passagier-Flugbetrieb am Mittwoch vollständig ein. Betroffen seien 445 Abflüge und Landungen mit rund 57.000 Passagieren, teilte die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg mit.
Die Gewerkschaft Verdi hatte die Beschäftigten zuvor zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Hintergrund ist der festgefahrene Tarifkonflikt mit der Arbeitgeberseite. Verdi wirft dem Betreiber des Hauptstadt-Airports eine Blockadehaltung vor und lehnt dessen jüngstes Angebot ab.
Die Arbeitgeber hatten laut Verdi in der zweiten Verhandlungsrunde eine Lohnerhöhung in mehreren Schritten bei einer Laufzeit bis Ende 2028 angeboten. Demnach soll es bis Juni eine Nullrunde geben, gefolgt von einem Plus von einem Prozent ab Juli 2026, 1,5 Prozent ab Juli 2027 und einem weiteren Prozent ab Mai 2028.
"Das ist kein ernsthaftes Angebot, sondern eine Provokation am Verhandlungstisch", beklagte Verdi-Verhandlungsführer Holger Rößler. Das Angebot ergebe insgesamt gerechnet nur rund ein Prozent Lohnsteigerung pro Jahr und bedeute für die Beschäftigten angesichts der Preisentwicklung einen deutlichen Reallohnverlust.
Der Streik sei eine direkte Konsequenz aus der Weigerungshaltung der Arbeitgeber, ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen, teilte die Gewerkschaft weiter mit. "Die Beschäftigten am BER halten den Flughafenbetrieb täglich am Laufen. Sie verdienen Respekt - und einen Tarifabschluss, der ihre Arbeit anerkennt", sagte Rößler. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 25. März angesetzt. Verdi erwarte bis dahin ein deutlich verbessertes Angebot.