Wirtschaft

Nebenkosten steigen deutlich Russland hebt Preise für Gas und Strom an

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Die Strompreise sind in Russland vergleichsweise niedrig, die Einkommen aber auch.

(Foto: picture alliance/dpa)

Umfragen zufolge reicht das Gehalt von 43 Prozent der russischen Bevölkerung nicht bis zum Monatsende. Steigt dieser Wert bald an? Außer der Reihe erhöht die russische Regierung die Kosten für Gas, Strom, Wasser und Wärme.

Die russischen Behörden heizen die Inflation durch die Anhebung der staatlich regulierten Nebenkostentarife deutlich an. Die Preise für Gas sind Medienberichten zufolge mit dem Monatswechsel um 8,5 Prozent gestiegen. Für Strom müssen Russinnen und Russen ab sofort 9 Prozent mehr bezahlen. Auch die Wasser- und Wärmeversorgung wird teurer.

Es ist bereits die zweite Tarifanhebung im laufenden Jahr. Normalerweise hebt die russische Regierung die Preise für Gas, Strom, Wasser und Wärme nur einmal im Jahr an, jeweils zum Juli. Anfang Herbst teilte das Wirtschaftsministerium in Moskau jedoch mit, dass Gasleitungen, Heizungsleitungen und auch Wasserleitungen repariert und modernisiert werden und die Tarife daher im Dezember noch einmal angehoben werden müssten. Damit sollen die Kosten auf die Verbraucher umgelegt werden. Die geplante Preisanpassung am 1. Juli 2023 soll dafür entfallen. Erst im Jahr darauf sollen die Tarife wieder erhöht werden.

Durch die Tarifanpassung muss eine dreiköpfige Familie nach Angaben des Wirtschaftsministeriums ab 1. Dezember im Schnitt 324 Rubel pro Monat mehr zahlen, das sind umgerechnet etwas mehr als fünf Euro. Allerdings liegt das Durchschnittseinkommen in Russland auch nur bei etwa 35.000 Rubel, das entspricht umgerechnet derzeit etwa 550 Euro.

Gas wird für Russen nicht günstiger

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Insgesamt sind die Nebenkosten in Russland in diesem Jahr um vier Prozent gestiegen. Seit Kriegsbeginn haben die russischen Bürger mit einer zweistelligen Inflationsrate zu kämpfen. Obwohl der Rubel sich gegenüber den Leitwährungen Euro und Dollar seither verteuert hat, sind vor allem technische Geräte und andere Importwaren kostspieliger geworden.

Die von einigen Wirtschaftsexperten geäußerte Hoffnung, dass nach der Reduzierung der Rohstoffexporte Gas auf dem Binnenmarkt billiger wird, hat sich ebenfalls nicht erfüllt. Umfragen zufolge reicht das Gehalt von 43 Prozent der Bevölkerung nicht bis zum Monatsende.

Quelle: ntv.de, chr/dpa

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