Wirtschaft

Ausweichroute Rostock Russland liefert erneut verschmutztes Öl

119668678.jpg

Der Chlorid-Anteil im Öl liegt oberhalb der Grenzwerte.

(Foto: picture alliance/dpa)

Erneut erfüllt das Öl aus der Pipeline Druschba nicht die Anforderungen der verarbeitenden Unternehmen. Deswegen wird die direkte Lieferung unterbrochen. Die Versorgung sei aber nicht gefährdet, sagt ein Shell-Sprecher.

Die russischen Öllieferungen über die "Freundschafts"-Pipeline Druschba zur Raffinerie PCK im brandenburgischen Schwedt sind erneut unterbrochen. Ein Sprecher des Energiekonzerns Shell bestätigte einen entsprechenden Bericht im "Handelsblatt".

Wie schon im April habe man bei den Öllieferungen zwischen Russland und Westeuropa eine leicht erhöhte, nicht erklärbare Konzentration organischen Chlorids im Rohöl festgestellt. Der Stoff richtet Schaden in den Raffinerien an.

Schon damals war die Versorgung vorübergehend gestoppt worden. Mit Lieferanten und Pipelinebetreiber sei man im Gespräch, um mögliche Ursachen zu klären, so Shell. Die Belieferung mit Rohöl werde über den Hafen Rostock organisiert. "Die Versorgung mit Produkten ist gewährleistet", betonte der Sprecher.

Über die Druschba-Pipeline werden täglich etwa eine Million Fass gepumpt, rund ein Prozent der weltweiten Nachfrage. Die Leitung führt über Weißrussland und Polen bis ins brandenburgische Schwedt. Sie hat aber auch einen südlichen Abzweig der weitere osteuropäische Länder versorgt.

Im PCK Schwedt werden jährlich 12 Millionen Tonnen Rohöl verarbeitet - zu Diesel, Benzin, Kerosin, Flüssiggas, Heizölen und Bitumen. 1200 Mitarbeiter sind dort beschäftigt. Gesellschafter sind Rosneft Deutschland, Shell Deutschland und die AET-Raffineriebeteiligungs-Gesellschaft. Die Pipeline beliefert neben der Raffinerie PCK Schwedt auch die Raffinerie in Leuna (Sachsen-Anhalt).

Quelle: n-tv.de, jwu/dpa/rts

Mehr zum Thema