Bieter bleiben ausRussland wird Anteil an beschlagnahmter Goldmine nicht los

Vergangenes Jahr beschlagnahmte Russland Vermögenswerte wegen angeblicher Korruption. Doch bei der jüngsten Auktion eines Goldminen-Anteils scheitert Moskaus Finanzministerium. Der Fehlschlag ist kein Einzelfall.
Der russische Staat ist mit der Versteigerung seines Anteils am Goldproduzenten Uzhuralzoloto gescheitert. Für das Aktienpaket sei kein einziges Gebot eingegangen, wie aus der Webseite der staatlichen Auktionsbehörde hervorging. Diese hatte die Beteiligung des früheren Eigentümers Konstantin Strukow Anfang des Monats mit einem Wert von 140,43 Milliarden Rubel (rund 1,7 Milliarden Euro) zur Versteigerung angeboten. "Die Auktion wurde für ungültig erklärt, da bis zum Fristende keine Teilnahmeanträge eingereicht wurden", hieß es zur Begründung. Ob eine neue Auktion geplant ist, ist unklar.
Ein Gericht hatte im Juli vergangenen Jahres die Beschlagnahmung der Mehrheitsbeteiligung von 67,2 Prozent an Uzhuralzoloto angeordnet und sie dem Staat übertragen. Dies ist Teil einer umfassenderen Welle von Verstaatlichungen in Russland. Die Staatsanwaltschaft hatte dem Geschäftsmann Strukow vorgeworfen, er habe sein Eigentum "durch Korruption" erlangt. Er befindet sich jedoch nicht in Haft und wurde bislang nicht offiziell angeklagt. Uzhuralzoloto zählt zu den zehn größten Goldförderern des Landes.
Mit der Versteigerung beschlagnahmter Vermögenswerte versucht das russische Finanzministerium, die Staatskasse aufzufüllen. Der Fehlschlag bei Uzhuralzoloto ist jedoch kein Einzelfall und unterstreicht die Schwierigkeiten des Staates bei der Verwertung. Im Januar gelang es dem Staat zwar, einen der größten Flughäfen des Landes, Moskau-Domodedowo, zu verkaufen. Der Erlös von 66 Milliarden Rubel entsprach jedoch nur der Hälfte des ursprünglichen Startpreises.