Wirtschaft

"Nicht dramatisch oder tödlich" Russlands Zentralbank wiegelt Swift-Ausschluss ab

87416896.jpg

Eingangsbereich des Gebäudes zur Russischen Zentralbank in Moskau.

(Foto: picture alliance / Natalia Seliverstova/Sputnik/dpa)

Auch nach einem Swift-Ausschluss sollen Finanztransaktionen wie gehabt funktionieren, versichert die russische Zentralbank. Dafür sorge das landeseigene System SPFS. Dennoch berichten zahlreiche Bankkunden aus Russland bereits von Problemen beim Geldabheben und bei Kartenzahlungen.

Russlands Zentralbank will auch nach einem Ausschluss der Banken des Landes aus dem internationalen Finanz-Kommunikationssystem Swift die Stabilität gewährleisten. Es gebe genügend Kapital und Liquidität für eine ununterbrochene Funktion bei jeder beliebigen Situation, teilte die Bank mit. "Alle Mittel der Kunden auf den Konten bleiben und sind jeden beliebigen Moment zugänglich", hieß es in der Mitteilung. Auch Bankdienstleistungen würden wie gehabt funktionieren. Zahlreiche russische Bankkunden hatten allerdings über Probleme berichtet, Geld an Automaten abzuheben und mit Karten zu bezahlen.

Mehr zum Thema

Finanztransaktionen innerhalb Russlands würden gesichert durch das neue russische System SPFS, hieß es. Als Reaktion auf Russlands Krieg in der Ukraine beschloss die Bundesregierung gemeinsam mit westlichen Verbündeten einen Ausschluss russischer Banken aus dem internationalen Finanz-Kommunikationssystem Swift. Schon nach Russlands Annexion der ukrainischen Schwarzmeer-Halbinsel Krim 2014 waren Forderungen laut geworden, Russland von Swift auszuschließen. Seither bereitet sich die Führung des Landes deshalb auf einen solchen möglichen Schritt vor und hat das russische Äquivalent SPFS geschaffen, auf das Banken ausweichen können.

"Der Ausschluss Russlands von Swift ist natürlich eine unangenehme Sache, aber sie ist nicht dramatisch oder tödlich", sagte der Vorsitzende des Finanzmarkt-Ausschusses im russischen Parlament, Anatoli Aksakow. Auch vor Swift habe es internationale Geldüberweisungen gegeben. Am eigenen System SPFS seien 400 russische Geldinstitute beteiligt. Der Politiker betonte, dass die Sanktionen auch für den Westen schwere Folgen hätten. Allein an der größten russischen Bank Sberbank seien viele US-Investoren beteiligt.

Quelle: ntv.de, mbu/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen