Wirtschaft

Iran-Krieg dürfte teuer werdenRyanair erzielt Rekordgewinn - kommt jetzt der Einbruch?

18.05.2026, 13:03 Uhr
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Ryanair zeigt sich zuversichtlich, dass es zu keinen Unterbrechungen bei der Kerosinversorgung kommt. (Foto: REUTERS)

Die größte europäische Billig-Airline schafft im abgelaufenen Geschäftsjahr gleich mehrere Rekorde. Diese lassen sich allerdings schwer fortsetzen. Bei möglichen Treibstoffengpässen gibt Ryanair aber Entwarnung.

Europas größter Billigflieger Ryanair hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025/26 dank einer hohen Nachfrage einen Rekordgewinn eingeflogen. "Wir haben ein Rekordjahr, ein Rekord-Passagieraufkommen und Rekordgewinne geliefert", sagte Konzernchef Michael O'Leary. Der Gewinn nach Steuern kletterte in den zwölf Monaten bis Ende März auf 2,26 Milliarden Euro von 1,61 Milliarden Euro im Vorjahr.

Damit übertraf die irische Fluggesellschaft knapp die Erwartungen von Analysten. Nicht in den Zahlen enthalten ist eine Rückstellung von 85 Millionen Euro für eine Geldstrafe der italienischen Wettbewerbsbehörde, gegen die Ryanair juristisch vorgeht.

Im laufenden Geschäftsjahr rechnet die Fluggesellschaft wegen des Iran-Kriegs mit deutlich steigenden Kosten. Kerosin, Personal und Flugzeugwartung dürften teurer zu Buche schlagen, teilte Ryanair mit.

Für das anstehende Sommerquartal zeigte sich O'Leary daher zurückhaltend. "Wir durchleben derzeit eindeutig eine Phase erheblicher Unsicherheit", betonte der Manager. Wegen der Sorgen der Verbraucher vor den Folgen des Krieges rechnet Ryanair in der Hauptreisezeit nicht mehr mit steigenden Ticketpreisen. Statt des erwarteten leichten Anstiegs dürften die Preise von Juli bis September nun weitgehend stagnieren.

"Kerosinversorgung gesichert"

Der Konkurrent Wizz Air hatte sich in der vergangenen Woche trotz der Turbulenzen im Nahen Osten dagegen optimistischer geäußert. Die Buchungen lägen zwei Prozentpunkte über dem Vorjahresniveau, hatte Konzernchef Jozsef Varadi gesagt. Günstige Ticketpreise ziehen demnach Passagiere an und helfen dabei, die Auswirkungen des Krieges auszugleichen.

Entwarnung gaben beide Fluggesellschaften bei möglichen Treibstoffengpässen wegen der Schließung der Straße von Hormus. Die Lieferanten hätten sich an die Situation angepasst, teilte Ryanair mit. Finanzchef Neil Sorahan zeigte sich in einem Interview zunehmend zuversichtlich, dass es auch nach dem Sommer zu keinen Unterbrechungen bei der Kerosinversorgung kommen werde. Auch Wizz-Air-Chef Varadi hatte Sorgen wegen möglicher Engpässe zurückgewiesen: Die Treibstoffversorgung für die kommenden sechs bis acht Monate sei gesichert. 

Quelle: ntv.de, chl/rts/dpa

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