Wirtschaft

Weitere Entlassungen drohen Ryanair kürzt Winterflugplan zusammen

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Ryanair erlebt im Moment schwere Zeiten.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Corona-Krise setzt Ryanair schwer zu. Nachdem der irische Billigflieger im Sommer das schlimmste Quartal seit 35 Jahren verbucht hat, dünnt das Unternehmen zum Winter den Flugplan erheblich aus. Aufgrund der sinkenden Passagierzahlen sind weitere Entlassungen beim Kabinenpersonal geplant.

Europas größter Billigflieger Ryanair streicht seinen Winterflugplan wegen der verschärften Reisebeschränkungen in der Corona-Krise weiter zusammen. Von November bis März werde Ryanair voraussichtlich nur rund 40 Prozent so viele Flüge anbieten wie im vergangenen Winter, teilte das irische Unternehmen in Dublin mit. Bisher hatte das Management rund 60 Prozent angepeilt. Ryanair begründete die Kürzung damit, dass sich der Rückgang der Ticketbuchungen für November und Dezember verschärft habe. Ryanair hatte das Flugprogramm schon für Oktober auf 40 Prozent zusammengestrichen.

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Für das laufende Geschäftsjahr bis Ende März rechnet Konzernchef Michael O'Leary wegen der Folgen der Pandemie jetzt nur noch mit rund 38 Millionen Fluggästen. Im September hatte Ryanair noch mit 50 Millionen Passagieren gerechnet. Sollte es im Winter weitere Lockdowns in der EU geben, könnte die Zahl noch geringer ausfallen, hieß es.

Im vergangenen Geschäftsjahr hatte Ryanair samt ihren Töchtern wie Laudamotion fast 149 Millionen Passagiere befördert. Derzeit bleiben in den Flugzeugen auch deutlich mehr Sitze leer. Ryanair erwartet derzeit eine Auslastung von etwa 70 Prozent. Im vergangenen Jahr hatte sie bei 95 Prozent gelegen.

"Wir bedauern diese Kürzungen des Winterflugplans zutiefst", sagte O'Leary. "Bedauerlicherweise wird es mehr Entlassungen beim Kabinenpersonal an den wenigen Basen geben, an denen wir noch immer keine Einigung über Arbeitszeit- und Lohnkürzungen erzielt haben." Zusätzlich zur Schließung der Basen in Cork, Shannon und Toulouse für den Winter wird es laut Ryanair erhebliche Reduktionen der Flugzeuge an den Basen in Belgien, Deutschland, Spanien, Portugal und Wien geben.

O'Leary warf den Regierungen in der Europäischen Union Missmanagement bei der Schaffung brauchbarer Regeln für Flugreisen vor. Er forderte die Staaten auf, das gerade beschlossene System einer Corona-Ampel komplett umzusetzen, damit zumindest Menschen aus Ländern und Regionen mit wenigen Neuinfektionen ungehindert reisen könnten.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa/rts